Stolberg: Neuer SPD-Vorsitzender will nächste Kommunalwahl gewinnen

Stolberg : Neuer SPD-Vorsitzender will nächste Kommunalwahl gewinnen

Und dann war er vollzogen, der „Trainerwechsel“, wie Patrick Haas die Neubesetzung des Vorsitzes in der Stolberger SPD nannte. 43 der 46 Delegierten hatten dem neuen Frontmann bei der außerordentlichen Stadtverbandskonferenz im Büsbacher Bürgerhaus soeben ihre Stimmen gegeben, zwei Enthaltungen und lediglich ein „Nein“ konnten das glänzende Ergebnis nicht schmälern.

Haas tritt die Nachfolge von Martin Peters an, der im Januar nach knapp zehn Jahren seinen Rückzug angekündigt hatte, weil er aufgrund seiner hauptberuflichen Arbeit bei der IG Metall Stolberg/Eschweiler zeitlich nicht mehr in der Lage sei, die Kupferstädter SPD zu führen.

Das wird nun Patrick Haas tun. Der 33-jährige angehende Lehrer war bislang Vorsitzender des Ortsvereins Nord-Süd, ist schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion und seit der Kommunalwahl 2014 stellvertretender Bürgermeister. „Ich werde versuchen, dieses Vertrauen zurückzugeben“, erklärte Haas unmittelbar nach seiner Wahl.

Zuvor hatte er in seiner Rede einen kleinen Ausflug in die Welt des Sports gemacht. Als langjähriger Bundesliga-Judoka schlug er verbal die Brücke zur Politik, um deutlich zu machen, mit welchen Vorsätzen er antritt und was ihm als Vorsitzenden wichtig sein wird. Beispielsweise dies: „Meine Aufgabe sehe ich darin, unserem Team neuen Mut für neu Aufgaben zu geben.“ Oder: „Die Taktik muss stimmen. Jeder muss seine Position kennen und diese bestmöglich ausfüllen.“ Keine Frage, Patrick Haas ist ein Mannschaftsspieler. Gemeinsam und als Kollektiv will er die Stolberger SPD zu neuer (oder alter) Stärke bringen.

Dass es diesbezüglich Handlungsbedarf gibt, räumte Martin Peters in seinem finalen Geschäftsbericht nach knapp zehn Jahren als Vorsitzender offen ein. Er erinnerte vor allem an die schmerzhaften Niederlagen bei der Kommunalwahl 2014 mit dem Verlust der Mehrheit im Stadtrat und der Ablösung des SPD-Bürgermeisters Ferdi Gatzweiler durch seinen CDU-Herausforderer Tim Grüttemeier. Und auch die sinkende Zahl der Mitglieder von 450 im Jahre 2004 auf aktuell knapp 350 führte Peters als Manko an. „Ganz klar: Unser Anspruch ist es, wieder mehr Genossinnen und Genossen zu werden.“ Jünger und weiblicher müsse die Stolberger SPD der Zukunft zudem sein. „Von 14 Stadtverordneten sind nur drei Frauen. Das ist einfach zu wenig.“

Dem konnte Patrick Haas nur zustimmen. Und er formulierte dann ganz konkrete Vorgaben: Mittelfristiges Ziel sei die Rückgewinnung der Mehrheit im Stolberger Rat bei der Kommunalwahl 2020. „Außerdem wollen wir wieder den Bürgermeister stellen.“ Innerparteilich, und das auch kurzfristig, gelte es die Zusammenarbeit zwischen dem Stadtverband und den drei Ortsvereinen sowie die Außendarstellung sozialdemokratischer Inhalte zu verbessern. „Wir müssen den Menschen bewusst machen, wofür die SPD in ihrer Stadt steht“, forderte der neue Vorsitzende, der als Beispiele des Erfolgs „die moderne Schullandschaft in der Kupferstadt, die Sanierung von Sportplätzen, zahlreiche Spielplätze, die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und die Einstellung eines städtischen Seniorenbeauftragten“ nannte. Eine wichtige Aufgabe der SPD-Mitglieder sei es, „sehr nah am Bürger zu sein und sich tagtäglich für sie und ihre Stadt einzusetzen“. Haas schloss mit den Worten: „Genau das ist die Arbeit, die mir Spaß macht.“

Nach seiner Wahl zum Stadtverbandsvorsitzenden wird Patrick Haas den Vorsitz des Ortsvereins Nord-Süd abgegeben. Wie am Rande der Versammlung bekannt wurde, soll die Lücke mit Heinrich Offermann geschlossen werden. Voraussichtlicher Termin für seine Wahl ist der 16. April.

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