Schützen feiern: Neuer Schützenkönig in Zweifall proklamiert

Schützen feiern : Neuer Schützenkönig in Zweifall proklamiert

Wo Gemeinschaft gelebt wird, entstehen Beziehungen. Kommen dann das Eintreten für den Glauben und die Schöpfung, der engagierte Einsatz für Demokratie und Menschenwürde sowie das Engagement für die Heimat mit ihrem lebendigen Brauchtum wie den Festzügen mit Spielmannszug und Fahnenschwenkern hinzu, weiß jeder, dass er sich im Schützenverein befindet.

Wie wichtig dieser auch heute noch im Ort ist, machte das Schützenfest in Zweifall am letzten Wochenende deutlich. Schon der Königsball mit den alten und neuen Majestäten im Saal „Zur Post“ wurde von der Bevölkerung gut angenommen, und man sah nicht nur Herren in schwarzer Schützenhose und grüner Schützenjacke. Während Daniel Leunissen seine Insignien abgab, wurde Rolf Hansen zum neuen König proklamiert.

Nach der feierlichen Zeremonie eröffneten er und seine Ehefrau Heidi den gemütlichen Teil des Abends mit einer Tanzrunde. Am Sonntagmorgen segnete Präsens Norbert Bolz in der Festmesse die Plaketten und überreichte sie König Rolf Hansen, Jungprinz Stefan Schneider und Bambiniprinzessin Mia Bengel. In seiner Predigt wies Pfarrer Bolz auf die Schlagwörter „Glaube, Sitte, Heimat“, wie sie auf den Fahnen der Schützenbruderschaften heute immer noch stehen, und ihre Bedeutung hin.

Es gelte nicht nur das christliche Abendland mit seinen Traditionen zu verteidigen, sondern die Christen müssten heute wieder lernen, was es heißt, den Glauben in der Heimat aktiv zu leben und ihn lebendig zu halten. Wenn auch die Verbindung mit der Kirche verloren gegangen sei, so gehörten Glaube und Kirche doch zum Leben dazu. Man bedenke den Stellenwert der Bildung, die ursprünglich im kirchlichen Bereich angesiedelt war. „Wo man sich für andere einsetzt, ist Gottes Reich nahe und Jesus mit dabei“, so der Pfarrer.

Nach der Messe ging es mit dem Spielmannszug Zweifall und der Schützenbruderschaft zur Kranzniederlegung. Am Nachmittag fanden sich sieben Gastvereine und befreundete Bruderschaften aus Stolberg, Eilendorf, Laurensberg, Bardenberg, Kreuzau und Höfen ein, um am imposanten Festzug teilzunehmen.

Aus Monschaus südöstlichem Stadtteil nahm schon am frühen Morgen Nadja Heck, die Diözesanschülerprinzessin, am Kirchgang teil. Dass Zweifall über die Städteregion hinaus in der weiten Welt ein Begriff ist, davon zeugen Svenja Dobbelstein, die Bundesprinzessin von 2016/17 und Jan Nicolas Kreutz, der 1. Diözesan-Bambiniprinz.

Von Sonntag auf Montag lud Rolf Hansen zur Königsnacht ein. Die Geschichte um diese Nacht rührt aus einem Ehrengeleit der Schützen vom 5. September 1880. Die belgische Königin Maria war von Aachen auf der Heimreise nach Belgien. In Raffelsbrand wurde sie von einem Gewitter überrascht, so dass sie sich entschloss, die Nacht im Hotel „Zum Walde“ zu verbringen.

Am Montagmorgen wurden die Schützen in Zweifall dann gegen 5.30 Uhr geweckt. Man traf sich zum Frühstück und anschließendem Frühschoppen. Den Schlusspunkt setzte das traditionelle „Hahneköppen“, allerdings aus Gründen des Tierschutzes mit einer Hahnattrappe.

„Nach Jahren der Stagnation gibt es bei uns wieder viele Neuzugänge“, erzählte der 1. Brudermeister Ralf Lipperheide stolz. Er gehört der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Zweifall seit 22 Jahren an. „Dass unter den jungen Leuten sehr gute Schützen sind, macht unserem Verein Ehre. Das spricht sich rund, und so haben allein in den letzten zwei Jahren zwölf neue Mitglieder den Weg zu uns gefunden. Das liegt einerseits am Schießen, weil es als Sport betrieben wird und Körperbeherrschung in sportlichen Wettkämpfen braucht und andererseits am geselligen Beisammensein.“

Wer glaubt, dass beim Schießen nur herum geballert wird, der irrt. Um das Ziel, den wiederholbaren genauesten Schuss auf den Mittelpunkt der Scheibe zu setzen, bedarf es eines hohen Maßes an Geduld und Konzentration sowie eines geübten Auges. Gleichzeitig hilft dieser Sport, Aggressionen abzubauen und den mannschaftlichen Teamgeist zu stärken.