Stolberg-Büsbach: Neuer Chic für die Straße, auf der 1849 der Erzbischof fuhr

Stolberg-Büsbach : Neuer Chic für die Straße, auf der 1849 der Erzbischof fuhr

Mit dem bevorstehenden Ausbau der Bischofstraße — übrigens benannt nach dem Kölner Erzbischof Johannes von Geissel, der über diese Straße 1849 nach Büsbach, um das Sakrament der Firmung in der Pfarre St. Hubertus zu spenden — macht die Stadt einen gewaltigen Schritt in Richtung Neugestaltung des Dorfkerns.

Das Aachener Ingenieurbüro Berg & Partner hat für beiden Vorhaben die Planungen erstellt, die in Kürze mit den Bürgern diskutiert werden sollen, damit sie ein in sich stimmiges Bild abgeben. Erst einmal beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt am Mittwoch mit den Vorentwürfen für die Bischof­straße zwischen Lehmkaulweg und der Haus-Nr. 1a, wo ein Baumtor den Übergang den Übergang zum Dorfkern markieren soll.

Baumtor zum Dorfkern

Schlechter Zustand, gestalterische und funktionale Defizite bescheinigt die Verwaltung der derzeitigen Bischofstraße. Die Planung sieht nun eine Erneuerung und Umgestaltung — getreu der Stolberger Praxis — von Fahrbahn in Asphalt und Nebenanlangen in Pflaster vor, wobei Zufahrten, Gehwege und Parkplätze ein unterschiedliches Muster bzw. Farbe erhalten sollen. Material und Ausbauverlauf zwischen Dorfkern und Bischofstraße sollen aufeinander abgestimmt werden.

Für den Bereich Markt ist im Gestaltungskonzept eine weiche Trennung mittels Rundbordstein vorgesehen. Da im Bereich des Marienheims und der Grundschule ein erhöhter Schutzbedarf für Fußgänger bestehe, soll dort eine konventionelle Trennung mit Hochbordstein umgesetzt werden. Vom Baumtor aus soll der auf der Südseite der Straße vorhandene Baum durch einen neuen auf der Nordseite ergänzt werden. Durch eine Rampe im Bereich dieses Baumtores erfolgt der Übergang vom höheren Fahrbahnniveau im Bereich Markt auf das tieferliegende Niveau zur konventionell ausgebauten Bischof­straße.

Zudem soll eine niveaugleiche Querung im Bereich des Marienheims angeboten werden. „Die Problematik der Geschwindigkeitsdämpfung erscheint aufgrund der Grundschule und des Seniorenzentrums von erhöhter Bedeutung“, sagt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. Dazu haben die Planer drei unterschiedliche Varianten vorgelegt. In Variante 1 soll eine Plateauaufpflasterung zur Geschwindigkeitsreduzierung beitragen, die Querung wird als überfahrbarer Gehweg vorgesehen. Die Variante 2 sieht vorgezogene Seitenräume und einen Fußgängerüberweg vor. In der dritten Variante ist ein Fußgängerüberweg ohne Einengung vorgesehen.

Zur Geschwindigkeitsdämpfung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität soll die Fahrbahnbreite von 6,60 auf 6 Meter reduziert werden. Dadurch können die Gehwege verbreitert werden. Eine optische Einengung der Fahrbahn soll durch 50 Zentimeter breite seitliche Rinnen erreicht werden. Fahrbahn und die Parkstände sollen durch Hochborde von den Gehwegen getrennt werden. Die Einmündungen von „Am Denkmal“ und „In der Dell“ und eines Wirtschaftsweges sollen mit überfahrbare Rundborde ausgestattet werden, um die Sicherheit der querenden Fußgänger zu erhöhen.

Die im oberen Bereich vorhandene Haltestelle der Buslinie 62 soll in Richtung Marienheim vor die Grünanlage verschoben werden. Das hat den Charme, dass Marienheim und Schule näher liegen und vorhandene bzw. erneuerten Sitzmöglichkeiten von Fahrgästen genutzt werden können. Vor der Grundschule ist wie bisher eine Haltestelle für den Schulbus — nun auf der Fahrbahn — vorgesehen. Die Haltestelle wird mit Sonderbordsteinen ausgestattet, welche das Ein- und Aussteigen erleichtern, aber zugleich ein widerrechtliches Befahren etwa durch den Bring- und Holverkehr von Eltern verhindert werden sollen.

Parkraum soll geordnet werden

Im unteren Abschnitt der Bischofstraße gibt es einen Bestand an 16 alten Bäumen, die das Straßenbild positiv prägen und soweit möglich erhalten werden sollen. „Da jedoch einige Bäume in Zufahrtsbereichen stehen oder durch geringe Abstände eine Anlage von richtlinienkonformen Parkständen verhindern, sollen sechs Bäume entfernt werden“, erklärt Röhm. Aber „durch Neupflanzung von acht neuen Bäumen auf der bisher unbegrünten nordwestlichen Straßenseite der Bischofstraße entsteht eine durchgehende Begrünung des gesamten Straßenverlaufs von Konrad-Adenauer Straße bis zum Lehmkaulweg“, so der Beigeordnete weiter.

Die Erfordernisse zur Barrierefreiheit seien bei der vorliegenden Planung berücksichtigt. Sämtliche neu hergestellten Kreuzungsbereiche und beide Bushaltepunkte würden im Zuge der Maßnahme gemäß dem Leitfaden „Barrierefreiheit im Straßenraum“ umgebaut und an die Erfordernisse physisch beeinträchtigter Personen angepasst.

Insgesamt bleibe die Kapazität der regulären Parkflächen unverändert. Eine bauliche Abtrennung der 2,20 Meter breiten Parkstände von den Gehwegen durch Hochborde und eine separate Farbgebung sollen jedoch zu einer geordneten Parksituation führen und unerlaubtes Parken auf Nebenflächen verhindern, so Röhm weiter.

Für die Grünfläche neben dem Ehrenmal werden zwei Vorschläge gemacht: Zum einen wird der Vorschlag des Gestaltungskonzeptes, dort eine Art „Balkon“ mit Zugang von der Straße „Am Denkmal“ anzulegen, ausgearbeitet. Zum anderen wird der zwischenzeitlich in Bürgerschaft und politischem Raum zusätzlich entstandene Wunsch, dort eine Boulebahn anzulegen, dargestellt.

Sollte die Entwurfsplanungen der Politik gefallen, schlägt die Verwaltung ihr die Vorstellung und Diskussion der Entwürfe mit der Bürgerschaft vor. Ein Termin ist für September vorgesehen.