Stolberg: Neue Tourist-Info an Zweifaller Straße geplant

Stolberg: Neue Tourist-Info an Zweifaller Straße geplant

Kaum hat das Kind das Laufen gelernt, sind ihm schon die neuen Schuhe schon zu eng geworden. Die Stolberg-Touristik hat jedenfalls schon so kräftig an Wachstum zugelegt, dass die Tourist-Info ihrem Schalter im EWV-Gebäude längst entwachsen ist.

Ein neues Paar „Schuhe” muss her, damit das jüngste Kind Kupferstädter Wirtschaftsförderung weiter wachsen und gedeihen kann. „Deshalb wollen wir die Straßenseite wechseln”, kündigt Andreas Pickhardt an.

Dabei visiert der Fachbereichsleiter das an, was die Touristiker eigentlich von Anfang an gesucht hatten: ein kleines eigenständiges Büro am Oberstolberger Markt. Das scheint jetzt vis-à-vis der Tourist-Info gefunden zu sein. „Der Hauptausschuss muss allerdings noch zustimmen und der Haushalt genehmigt sein”, schränkt Pickhardt ein. Denn ohne Etatmittel können die Mitarbeiter der Stolberg-Touristik ihr neues Domizil noch nicht fein herausputzen, das finanziell gesehen keine Verschlechterung bedeutet. Denn in eigenen vier Wänden braucht die Stadt an Wochenenden nicht mehr den Sicherheitsdienst zu finanzieren, der dann auf die EWV aufpassen muss, während das Touristik-Team ihr Klientel betreut.

17 Quadratmeter stehen in dem architektonisch anspruchsvollen Foyer der ehemaligen Ketschenburg-Brauerei bislang dafür zur Verfügung. „Zu wenig, wie sich schnell gezeigt hat”, bilanziert Pickhardt und beklagt das Leben „aus zwei Koffern”. Denn Lagerfläche bietet das repräsentative Gebäude der Touristik nicht, und so ist jede Menge Material in der Villa Lynen untergebracht.

Personell ist der Stolberg-Tourismus von der Ein-Personen-Allrounderin angewachsen auf zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen, vier Aushilfen und eine Praktikantin. Und auch die ursprünglich angedachten Synergieeffekte mit der EWV kamen nicht so recht zum Tragen. „Es hat sich gezeigt, dass unsere Besucher eine qualifizierte touristische Beratung nachfragen”, analysiert Pickhardt. Die Öffnungszeiten der Tourist-Info gingen schon fast über die des Energieversorgers hinaus, und trotz des großzügigen Foyers fehlt der Touristik der Raum, all das zu präsentieren, was die Kupferstadt im Aachener Land zu bieten hat.

Das wird nicht nur in einem weitaus größeren Umfang nachgefragt, als einst gehofft, sondern erfreut sich auch wachsender Tendenz, wie die Statistik der Stolberg-Touristik belegt, sagt Pickhardt und verweist erfreut auf die Landesstatistik, laut der die Kupferstadt entgegen dem nrw-weiten Trend deutlich bei den Übernachtugszahlen zugelegt hat.

Da kommt das leer stehende Gaststättenlokal auf der anderen Straßenseite zur rechten Zeit. Das „Treppchen” soll zukünftig den Touristikern als Leiter des Erfolgs dienen. Die Vermieterin hat bereits die gastronomische Einrichtung ausbauen lassen, und bietet im Lokal 38 Quadratmeter für Front- und Backoffice sowie eine gleichgroße Lagerfläche. Und damit auch die Gelegenheit einer verbesserten Präsentation des touristischen Angebotes. „Neben Prospekten wollen wir auch Souveniers und Asseccoires sowie regionale Produkte anbeiten”, blickt Pickardt nach vorne und lobt auch die verbesserten Möglichkeiten einer fachlichen Beratung.

Dass diese zukünftig noch intensiver nachgefragt wird, dafür soll neben einem konsequenten Ausbau von Angeboten und Paketen auch der neue Standort für Wohnmobiltouristen dienen. Er wird nun an der Duffenter Straße entstehen, nachdem Regierungspräsident Lindlar und Landesdirektor Voigtsberger den Zinkhütter Hof aus Denkmalschutzgründen abgelehnt hatten.

Doch aus Sichts des Fachbereichsleiters hat der neue Standort, der in Abstimmung mit Interessenvertretern der Wohnmobilcampern ausgewählt wurde, durchaus seine Vorteile: „Es sind nur - nachgemessene - 900 Meter Fußweg in die Altstadt”, sagt Andreas Pickhardt, und preist den Touristen bereits die Frühstücksbrötchen an. Direkt neben dem Stellplatz stellt ein Discountmarkt die logistische Grundversorgung der Camper sicher, Spielplatz, Imbiss, Gaststätten und Restaurants liegen im direkten Umfeld, Wälder und Natur sind nahe und der Standort ist über die K6 verkehrsgünstig gut zu erreichen.

„Wir erstellen derzeit hausintern eine Planung für zunächst sechs bis acht Stellplätze”, erklärt Pickhardt. Sollte die Zeit zeigen, dass die Nachfrage über das Angebot hinaus wächst, bietet das städtische Gelände ausreichend Potenzial für eine Erweiterung. Und die lässt sich dann einfacher realisieren, wenn der neue Wohnmobilstellplatz auch so schnell seinen Kinderschuhen entwachsen sollte.

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