Stolberg: Neue Sportlerehrung: Ab 2015 stimmen die Bürger ab

Stolberg: Neue Sportlerehrung: Ab 2015 stimmen die Bürger ab

Die Wortwahl fiel mitunter wenig positiv aus: Von Inflation, Massenabfertigung und Niveaulosigkeit war in der Vergangenheit immer wieder die Rede, wenn es um die Ehrung der besten Sportler eines Jahres in der Kupferstadt ging. Dabei sollten doch eigentlich außergewöhnliche Leistungen in einem besonderen Rahmen gewürdigt werden.

Weil das aber selten so gewesen ist und die offizielle Sportlerehrung der Stadt Stolberg immer mehr an Resonanz und Stellenwert verloren hat, wollen Verwaltung, Stadtsportverband und die Sparkasse Aachen nicht nur die Veranstaltung als solche, sondern das gesamte Verfahren auf eine neue Basis stellen.

„Mehr Qualität, weniger Quantität“, könnte, locker formuliert, das Motto lauten, das ab dem kommenden Jahr gelten soll. Dann wird es bei den Frauen, Männern und den Mannschaften jeweils nur noch eine Auszeichnung geben. Für Sportler, die in Stolberg wohnen bzw. für einen Stolberger Verein starten und in einem Jahr wirklich herausragende Leistungen gezeigt haben. „Wir wollen davon wegkommen, dass die Ehrung wie ein Automatismus mit dem Erreichen bestimmter Wettbewerbe oder dem Belegen bestimmter Platzierungen verbunden ist“, kündigt Bert Kloubert an.

Vorstand trifft eine Vorauswahl

Stattdessen will der Vorsitzende des Stadtsportverbandes den Fokus auf einige wenige Athleten richten, die sich in dem jeweiligen Vorjahr markant von der Konkurrenz abgehoben haben. „Es gibt solche herausragenden Sportler und Leistungen, und es sind keinesfalls wenige“, versichert Kloubert, der davon überzeugt ist, dass die strengeren Kriterien nicht dazu führen werden, dass immer wieder die selben Sportler im Mittelpunkt stehen werden.

Wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen können in Zukunft die Stolberger Bürger ausüben. Denn der Auszeichnung soll ab 2015 eine öffentliche Abstimmung vorausgehen, die die bisherige Festlegung durch den Stadtsportverband ablösen wird. Dessen Vorstand wird dann auf Grundlage der ebenfalls von den Bürgern eingereichten Vorschläge nur noch eine Vorauswahl treffen und in jeder Kategorie drei Namen bzw. Teams benennen, die an der Endrunde um den Titel des Sportlers und der Sportlerin sowie der Mannschaft des Jahres teilnehmen.

Es gibt noch eine weitere wesentliche Änderung, die der Stadtsportverbandsvorsitzende ankündigt: „Wir wollen aus der Sportlerehrung ein richtiges Event machen, das einmal im Jahr stattfindet und auf das sich die Stolberger freuen“, so Bert Kloubert. Voraussetzung dafür sei die Wahl eines passenden Veranstaltungsortes, wobei das Museum Zinkhütter Hof mit dem festlichen und repräsentativen Rahmen, den es bieten kann, dem Vernehmen nach klarer Favorit ist.

Das Programm soll ab dem nächsten Jahr deutlich erweitert und aufgewertet werden. „Die Ehrung im vergangenen Jahr in den Räumen der Sparkasse hat schon einmal einen kleinen Vorgeschmack geboten“, meint Bert Kloubert. In diesem Sinne soll auch die Ehrung für die Leistungen aus 2013 in die Kategorie „Übergang“ fallen. Sie findet am Freitag, 13. Juni, ab 17.30 Uhr wiederum bei der Sparkasse in der Rathausstraße statt.

Und damit wohl letztmalig im Sommer. Denn Hauptsponsor und Stadtsportverband haben sich mit der Stadt Stolberg darauf verständigt, die Ehrungen demnächst deutlich früher stattfinden zu lassen. „Wir wollen einen möglichst starken zeitlichen Bezug zu den erbrachten Leistungen herstellen“, erklärt der städtische Fachbereichsleiter Willi Seyffarth. Die Veranstaltung, die nach den Vorstellungen der Verantwortlichen zu einem gesellschaftlichen Ereignis in und für Stolberg werden soll, dürfte somit in Zukunft einen Platz im ersten Viertel des Terminkalenders einnehmen.