Stolberg: Neue Richtlinien für den Brockenberg im Visier

Stolberg: Neue Richtlinien für den Brockenberg im Visier

Die Vorstellungen und Ideen zum Aussehen des Neubaugebietes sind bereits so alt, dass sie nicht mehr heutigen Anforderungen gerecht werden: Für das neue Wohngebiet am Brockenberg soll jetzt der Bebauungsplan novelliert werden.

Zwar werden in einem ersten, 2,1 Hektar großen Teil am Eburonen- und Gallierweg bereits die Konturen der Expansion des rund 5,7 Hektar großen Büsbacher Siedlungsbereiches sichtbar, dennoch verläuft die Vermarktung und Bebauung eher schleppend, die im September 2005 mit der Erschließung begann.

Hintergrund der unterschiedlichen Entwicklung ist einerseits das langwierige Umlegungsverfahren, das für den ersten Teil vor wenigen Jahren beendet wurde, während für den zweiten Bereich in Richtung Kelmesberg erst in diesem Jahr eine Einigung erzielt werden konnte.

Andererseits ist die Bauleitplanung für den Brockenberg fast 20 Jahre alt: Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan stammt aus März 1990 und wurde unter dem Eindruck eines dringend zu deckenden Wohnbedarfs gefasst. Rechtkräftig wurde er im Herbst 1994, „entspricht aber aufgrung veränderter gesellschaftliche, wirtschaftlicher und demografischer Voraussetzungen nocht mehr heuigen städtebaulichen Zielsetzungen”, erklärt Andreas Pickhardt.

„Durch Bauanträge und Anfragen wurde deutlich, dass seine Festsetzungen nicht mehr heutigen Bedürfnissen und Standards für den Wohnungsbau entgegenkommen”, begründet der Fachbereichsleiter den Vorstoß der Verwaltung, über den morgen der Ausschuss für Stadtentwicklung beraten soll. „Um eine zeitgemäße Bebauung sowie eine wirtschaftliche und zügige Vermarktung der Grundstücke erzielen zu können, sollen die Festsetzungen nun in Teilen auf ihre Umsetzbarkeit und Praktikabilität überprüft werde”, erklärt der Chefplaner im Rathaus.

Dabei sollen Fragen von Geschossigkeit, Traufhöhen und Bauweisen ebenso in den Blickpunkt gerückt werden wie die Zulässigkeit von Garagen, Stellplätzen, Dachneigung und Mindestgrundstücksbreiten. Außerdem sollen Anregungen aus den Fraktionen, die vor vier Jahren gestellt wurden, überprüft werden. Darin sollte unter anderem eine dreigeschossige geschlossene Bauweise zugungsten von zwei Vollgeschossen bei Einzel- und Doppelhaushälften verhindert oder ein Bolzplatz mit Festwiese geprüft werden.

Allerdings entschloss sich der Rat Ende 2005 nicht in die Bauleitplanung einzugreifen - auch mit Blick auf mögliche Regressforderungen angesichts des noch laufenden Umlegungsverfahrens. Zurückgestellt wurde übrigens seinerzeit die Idee, mit einer Bürgerbefragung die Akzeptanz von Bolzplatz und Festwiese auszuloten - bis das Neubaugebiet weitgehend bewohnt ist.