Stolberg: Neue Anlage am Hauptbahnhof erinnert an ermordete Roma

Stolberg : Neue Anlage am Hauptbahnhof erinnert an ermordete Roma

Die letzten 3000 Roma und Sinti, die im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau lebten, wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 getötet. Auch 37 Stolberger Roma waren am 2. März 1943 vom Hauptbahnhof Stolberg aus nach Auschwitz deportiert und bis 1944 alle ermordet worden.

Die Roma und Sinti im Lager hatten mit einem Aufstand versucht, die Liquidierung des sogenannten Zigeunerlagers zu verhindern. Es ist möglich, dass auch einige Stolberger Roma dabei waren.

Auf dem Platz vor dem Stolberger Hauptbahnhof steht das Mahnmal aus Granit (großes Bild). „37 Stolberger Roma wurden von hier aus am 2. März 1943 nach Auschwitz zur Ermordung deportiert.“ steht darauf geschrieben (kleines Bild). Foto: J. Lange

In Stolberg erinnert ein Mahnmal an diese Ereignisse. Errichtet wurde es im Jahr 1995 von der Gruppe Z. Ein Wagenrad aus Holz, auf einer Bahnschwelle stehend vor dem Stolberger Hauptbahnhof, soll an diese Taten erinnern.

Da der Zahn der Zeit an dem Wagenrad nagte, ließ die Gruppe Z es durch ein Mahnmal aus haltbarerem Material ersetzen. Am 17. März 2013 wurde eine Stele aus belgischem Granit, geschaffen durch den Stolberger Bildhauer André Hennecken, eingeweiht. Jetzt ist eine Anlage rund um das Mahnmal entstanden.

Vereinigung der Verfolgten

Geplant wurde sie von Gruppe Z — Stolberg und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Aachen, ausgeführt vom Bildhauer selbst sowie mit Unterstützung der Stadtverwaltung Stolberg.

Am Jahrestag der Deportation, dem Gedenktag an den Völkermord an den Roma und Sinti (Porajmos) soll die Anlage nun eingeweiht werden. Sie habe sich gut einfügt in die gesamte Umgestaltung des Platzes vor dem Hauptbahnhof, der benannt ist nach dem jüngsten der ermordeten Stolberger Roma Gustav-Wassilkowitsch-Platz, so die Organisatoren.

Alle Interessierten sind einladen, am Gedenken und der Einweihung der nun fertiggestellten Anlage um das Mahnmal teilzunehmen. Sie findet statt am Donnerstag, 2. August, ab 18.30 Uhr. Einen Tag zuvor, bietet der Bündnispartner der Gruppe Z, die Gruppe antifa en détail - Aachen für Mittwoch, 1. August, einen Vortrag zum Thema Antiziganismus an.

Der Vortrag wird die Verfolgung der Sinti und Roma in der Nachkriegsgesellschaft bis in die heutige Zeit aufzeigen sowie die Auswirkungen auf die Betroffenen. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr in der Friedrichstraße 115 in Aachen.

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