Stolberg: Nach reinigendem Gewitter: Senioren-Wohnanlage auf dem Weg

Stolberg: Nach reinigendem Gewitter: Senioren-Wohnanlage auf dem Weg

Die dunklen Wolken aus dem Sommer, als das AWO-Projekt auf Süssendell massiv in Gefahr war, haben sich verzogen. Nach einer heftigen Schimpfkanonade des Stadtrates mit dem Bürgermeister wurden in intensiven Verhandlungen zwischen dem Bezirksverband Mittelrhein und der Stadtverwaltung die Probleme aus dem Weg geräumt.

Am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung sowie am kommenden Dienstag in Hauptausschuss und Rat soll die Bauleitplanung rechtskräftig sowie der ausgehandelte städtebauliche Vertrag beschlossen werden.

Am 11. Juli platzte die Bombe bei der Projekt-Präsentation auf Süssendell: Hans-Peter Barbeln, Beate Ruhland und Andreas Johnsen (v.l.) vom AWO-Vorstand Mittelrhein beschwerten sich massiv über das Verhalten der Stadtverwaltung und von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Nach der Baugenehmigung wird mit einem Abriss des leerstehenden alten Ausfluglokals und dem Baubeginn für Anfang nächsten Jahres gerechnet. Bezogen werden könnte das Heim dann bei optimalem Verlauf im Frühjahr 2015. Rund acht Millionen Euro investieren möchte die „Gesa“, die AWO Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen mbH, mit Sitz in Köln.

In der mitten im Wald liegenden Lokalität Süssendell sollen sich um einen Dorfplatz herum ebenerdig fünf Wohneinheiten mit den Eingängen zu einem Platz hin anordnen. Gleichwohl soll das weitläufige Areal nicht nur für die Bewohner im Inneren, sondern auch für Besucher eine offene Einrichtung sein, so dass Süssendell seinen Charakter als Ausflugsort in dem attraktiven Naherholungsgebiet nicht verlieren muss. Ein Café nebst Terrasse lädt zum Verweilen ein. Parkplätze für Besucher und Mitarbeiter liegen an der Zufahrt der Senioreneinrichtung, deren Gelände selbst weitestgehend autofrei bleibt.

Auch bei den barrierefreien Gebäuden will die AWO Mittelrhein Akzente setzen. Sie sollen in energieeffizienter und ökologisch zeitgemäßer Bauweise errichtet werden. Bei der Ausstattung der dem jeweiligen Grad der Erkrankung angepassten Wohnungen wird Wert gelegt auf eine individuelle Note. Feste Bestandteile sind nach den Vorstellungen der AWO eine Wohnküche, ein Wohnzimmerbereich, ein als Einzelzimmer mit eigenem Bad angelegtes Bewohnerzimmer sowie erforderliche Nebenräume.

Für Schwerstpflegebedürftige werden besondere Ausstattungsmerkmale vorgesehen. Die AWO-Gesa betreibt zwölf stationäre Altenhilfeeinrichtungen mit rund 1600 Plätzen im Bezirk, unter anderem auch in Düren und Herzogenrath. Zum 1. Januar übernimmt die AWO-Gesa von der Aachener AWO auch die Altenheime Morillenhang und Kennedypark mit insgesamt 174 Plätzen.