Stolberg: Musiksommer-Sonderkonzert: Hingebungsvoll und erstklassig

Stolberg: Musiksommer-Sonderkonzert: Hingebungsvoll und erstklassig

Im Musiksommer-Sonderkonzert begeistern Sonja Mäsing und Susana Feige das Publikum. Das Sonderkonzert, das der Arbeitskreis des Stolberger Musiksommers im Kupferhof Rosental veranstaltete, war restlos ausverkauft.

Es mussten sogar noch Stühle hinzugestellt werden, um die Liebhaber von Kunstliedern, Opernarien und Operettenmelodien aufzunehmen, die dann aber auch vollends auf ihre Kosten kamen.

Das Ambiente im kleinen Konzertsaal mit den wundervollen Orchideengestecken unterstrich die künstlerischen Darbietungen des Duos „Arpa vocale” mit Sonja Mäsing (Sopran) und Susana Feige (Harfe). Das Publikum erlebte ein Programm voller Lebensfreude, farbiger Musikalität und wunderschöner Melodien.

Mit Erfindung der Pedale avancierte die Harfe im 18. Jahrhundert zum Lieblingsinstrument der kultivierten Gesellschaft. Susana Feige brachte ihr Instrument kompetent zum Klingen. Mit Charme und Natürlichkeit präsentierte sie gleich zu Anfang zwei Sätze aus Francois Nadermans „Sonate Nr. 4” für Harfe solo.

Die nach hohem Können verlangende „Fantasie op. 124” von Camille Saint-Saens bewältigte sie leicht und mühelos auch in den schwierigen Passagen. Weit gefächerte Akkorde, Arpeggien, weiche Glissandi, individuelle Gestaltung und viel Freiraum für das Ausspielen und Verklingen lassen zeichneten ihre Welt aus.

Susana Feige fühlte sich in „La Source” von Alphonse Hasselmann so richtig in ihrem Element und ein jeder Konzertbesucher konnte die unterschiedlichen Wasserläufe in der Natur nachvollziehen und mitempfinden. Mit Leichtigkeit und sehr einfühlsam begleitete die Ratinger Künstlerin ihre Kollegin, die Sopranistin Sonja Mäsing. Beide präsentierten sich als ein gut aufeinander eingespieltes Team.

Ihr Debüt im Kupferhof Rosental gab die konzerterfahrene Sonja Mäsing mit dem Liederzyklus „Frauenliebe und Leben” op. 42 von Robert Schumann. Diese acht Lieder, die den Lebensweg einer treuen und hingebungsvollen Frau von der ersten Liebe bis zum Tod des Ehemannes zeichnen, wusste sie mit künstlerischer Bravour, gut geführter, tragfähiger Stimme und erstklassiger Textverständlichkeit zu interpretieren. Darüber hinaus war sie von sympathischer Bühnenpräsenz.

Das Lied vom Waldmägdelein aus der erfolgreichsten und bekanntesten Operette „Die lustige Witwe” von Franz Lehar zählte zu den Höhepunkten des Abends. Als Susanna aus der „Hochzeit des Figaro” traf sie sicher den Mozartschen Tonfall, als Marie aus dem „Waffenschmied” von Albert Lortzing beklagte sie ihre Probleme mit den Männern, die sich um ihre Hand bewerben, als Adele in der „Fledermaus” von Johann Strauß spielte sie die Entrüstete gegenüber dem Marquis, der sie im Palais des Prinzen Orlofsky erkennt.

Mäsings Mimik und Gestik passten exzellent zu den unterschiedlichen Rollen. Was man erleben kann, wenn man einsam und allein durch den Wald spazieren geht, kam in dem französischen Kunstgesang „Dans un bois solitaire” - ebenfalls von Mozart - zum Ausdruck.

Der lang anhaltende Beifall galt allen Beteiligten und sicher auch dem Arbeitskreis „Stolberger Musiksommer”, der solchen Genuss möglich gemacht hatte. Als Zugabe gab es dann noch die „Christel von der Post” aus dem „Vogelhändler” von Carl Zeller.