Music of the Light : Vollblutmusiker Ean Gidman begeistert

Vollblutmusiker Ean Gidman präsentierte sein aktuelles Konzert aus der Reihe „Music Of The Light“, bei dem das Licht sowie die künstlerische Abrundung des feinfühligen Spiels auf zwei Saxophonen und der Querflöte ein Höhepunkt bildeten.

Farbige Windmühlen schwebten über die Kirchenwände, Laserstrahlen setzten raffinierte Akzente, Nebelschwaben waberten durch die Apsis, und ein seltener Glanz illuminierte das Kirchenschiff von St. Barbara in Stolberg-Breinig, als dort der aus Manchester stammende Vollblutmusiker Ean Gidman sein aktuelles Konzert aus der Reihe „Music Of The Light“ präsentierte. Das Licht sowie die computermäßig eingespielten Arrangements bildeten eine künstlerische Abrundung des feinfühligen Spiels des Künstlers auf seinen beiden Saxophonen und auf seiner Querflöte.

Bereits zum neunten Mal bescherte Gidman seinen Gästen dieses besondere „Neujahrskonzert“ und erneut reichten die Kirchenbänke nicht aus, um allen Interessierten Platz zu bieten. Weitere Stühlemussten her. Viele Zuschauer waren zum wiederholten, manche bereits zum neunten Mal, zu Gast.

Pfarrer Ulrich Lühring begrüßte aber auch neue Gäste. Das Programm dürfte jeden auf eine ganz eigene Weise berührt haben. Mancher, der seine Vorsätze es im neuen Jahr etwas langsamer angehen zu lassen, bereits wieder vergessen hatte, bekam hier die Chance, sich noch einmal zu erden.

Die Idee zu dieser Art von Konzerten wurde bereits vor mehr als zwölf Jahren geboren. Damals tat sich Gidman mit zwei Künstlerkollegen zusammen, um bei Konzerten Musik und Licht zu kombinieren. Er entwickelte die Idee weiter. Das Programm bleibt aber aufwendig. Bereits ein halbes Jahr vor seiner Aufführung beginnt der Künstler mit der Suche nach passenden Musikstücken. Die mühevolle Kleinarbeit der computermäßigen Programmierung seiner ungefähr 50 Multifunktionsstrahler zu Lichtszenarien, die punktgenau sowohl zur Lautstärke als auch zum Tempo der Musik passen, „nimmt ungefähr zwei Wochen in Anspruch“, verriet Gidman.

Filmmusik

Nachdem sich völlige Dunkelheit über die Kirche gesenkt hatte, begann ein Licht- und Musikspiel, das großes Kino versprach. Mit „Superman erwacht“ aus dem gleichnamigen Film eröffnete Gidman sein Konzert. Es folgte der Titel „Thankful“ von Josh Groban. Dann wurde es klassisch. Der Musiker spielte eine selbst komponierte Querflötenbegleitung zu J.S. Bachs Allegro aus dem „Brandenburger Konzert Nr. 3 in G Dur“, das eigentlich für Streicher geschrieben wurde.

Mit „Midnight Drive“ des Dänen Michael Lington, folgte ein Stück aus dem Smooth Jazz, dem sich „Look of Love“, ein bekannter Popsong von Burt Bacharach, anschloss.Nach „Das Farbenspiel des Windes“ aus dem Disney Film „Pocahontas“ und einer darauf folgenden Pause, setzte der Musiker das Konzert mit „Dir gehört mein Herz“ aus dem Musical „Tarzan“ und dem klassischen Stück „Nimrod“, der neunten Enigma Variation von Sir Edward Elgar, fort.

Dass Musik keine sprachlichen Barrieren kennt, zeigte der Künstler indem er, wie er augenzwinkernd betonte „Despacito, den Chartstürmer aus dem Jahr 2018 von Luis Fonsi, auf spanisch“ spielte. Bei „Locomotive Breath“ von Jethro Tull gab es dann noch eine Premiere. Der Musiker begleitete sein Arrangement nicht nur mit der Querflöte, sondern sang den Liedtext auch selber, und es klang perfekt. Auch der King of Pop Michael Jackson fehlte an diesem Abend nicht. Ean Gidman hatte seinen „Earth Song“ mitgebracht.

Beendet wurde das Konzert von Lucio Dallas „Caruso“. Natürlich ließ das begeisterte Publikum, das den Künstler mit „Bravo“-Rufen und Standing Ovations feierte, nicht ohne Zugabe gehen. Zu „Hey Jude“ bildete das Publikum einen großen Chor. So war schnell klar, dass es im nächsten Jahr mit dem 10-jährigen ein Jubiläumskonzert geben wird. Der Eintritt zum Konzert war frei, aber Lühring bat um eine Spende zur Kostendeckung.

(abu)
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