Stolberg: Münsterbusch: Erstmals ein karnevalistischer Gottesdienst

Stolberg: Münsterbusch: Erstmals ein karnevalistischer Gottesdienst

„Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind. Das sieht selbst der Petrus ein. Er sagt ‚Ich lass gern Euch rein. Ihr ward schon auf Erden, die reinsten Engelein!‘“ sang die Gemeinde Herz-Jesu in Münsterbusch mit gleicher Stimmkraft von Herzen wie „Wenn das Brot, das wir teilen“ aus dem Gotteslob.

Neben Tollität Daniel I., der seinen Hofstaat mitgebracht hatte, und dem Lindenstraßen-Dreigestirn, bestehend aus Prinz Ecki I., Jungfrau Rafaela I. sowie Bauer Ossi I., feierten Stolberger Karnevalsvereine und die närrisch kostümierte Gemeinde mit Pfarrer Rudolf Marek das Fest der Maria Lichtmess in der ersten karnevalistischen Messe in Münsterbusch.

Eine närrische Gemeinde gehört schließlich nicht nur im Karneval dazu, sondern es sind Narren bei jeglichem Frust und Ärger in der Welt von Nöten, erkannte eine Gruppe kreativer Gemeindemitglieder. Der Vorsitzende des Ortsausschusses Bernd Stickler hatte die Idee zu dieser Messe gehabt: „Unser Stolberger Prinz ist aus Münsterbusch, und so bot sich die Gelegenheit, die Idee zu realisieren. Es war toll, dass alle mitgezogen haben.“

So planten Martina Harperscheidt, Kathy Harperscheidt, Tina Emmerich, Resel Borgmann und Jürgen Emmerich eine Messfeier, die den Bezug zum Karneval herstellt. Mit großem Ideenreichtum bereitete die Gruppe Texte und Lieder vor, die sich auf die Gemeinde zuschneiden ließen — mit großem Erfolg.

Der „heilige Karneval“

Auch die Kerzenweihe zum Fest der Darstellung des Herrn ließ sich mit einem Segen der Narren verbinden. Der „heilige Karneval“ als ein Anlass besonderer Fröhlichkeit und des Frohsinns soll mit Gottes Schutz begangen werden. „Ein Vergnügen, das uns Gott gönnt“, so Pfarrer Marek.

Unterstützt wurde er von einer Schar himmlischer Messdiener, die in frechen Engelskostümen eingezogen waren. Auch Prinz Daniel I. unterstützte die Messe und verlas Fürbitten. „Das ist das erste Mal für mich, dass eine königliche Hoheit diese Aufgabe übernimmt,“ sagte Pfarrer Marek und bedankte sich. Gut möglich, dass es nicht das letzte Mal war . . .

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