Stolberg: Mozart-Kostproben begeistern Publikum

Stolberg: Mozart-Kostproben begeistern Publikum

Jungen talentierten Sängerinnen und Sängern die Chance geben, einmal auf der Bühne zu stehen und das Gelernte einem größeren Publikum unter Beweis zu stellen, ist dem aus Würzburg stammenden und jetzt in Aachen lebenden Johannes Green, selbst Sänger (Bariton) und Musikpädagoge, mit seinem ersten Szenenabend gelungen.

Im evangelischen Gemeindehaus gaben seine Schüler Kostproben aus verschiedenen Bühnenwerken Wolfgang Amadeus Mozarts. Es war ein gelungener Abend mit einem sehr anspruchsvollen Programm.

Saal muss vergrößert werden

Die Resonanz war groß, der Saal musste vergrößert werden, damit alle Platz fanden. Green moderierte kurzweilig und witzig, dirigierte von der Seite seine Schützlinge und soufflierte, wenn nötig - und es war teilweise nötig.

Am Klavier saß die aus St. Petersburg stammende Ekaterina Egorova, die aber seit sieben Jahren in Aachen lebt.

Sie legte besonderen Wert auf die mit den Sängerinnen und Sängern abgestimmte Interpretation und präsentierte sich als eine intelligente und technisch versierte Klavierspielerin, die neben schönem Schmelz auch forschere und energischere Klänge fand.

Zu den meist aufgeführten Werken zählt die „Zauberflöte”, Mozarts letztes Bühnenwerk. Die Inszenierung erzählt die Geschichte von Tamino und Papageno. Tamino wird von drei plötzlich erscheinenden Damen vor einer Schlange gerettet.

Im Auftrag der Königin der Nacht übergeben sie ihm ein Foto von deren Tochter Pamina, die von dem bösen Sarastro entführt wurde. Der Anblick der jungen Frau entfacht romantische Visionen und Gefühle in Tamino. Sofort erklärt er sich bereit mit dem Vogelfänger Papageno die Befreiung Paminas zu versuchen.

Pamina, die sich den Rachegelüsten ihrer Mutter widersetzt, unterstützt Tamino, der mit Papageno manche Prüfung bestehen muss, damit am Ende Frieden und Liebe herrschen.

Robert Bielders als Tamino wirkte in der Introduktion noch etwas unsicher, was aber verständlich ist, da er erst seit kurzem Gesangunterricht erhält. Die drei Damen Hildegard von Heel-Ringelstein, Sabine Linke und Ulrike Hauschild dagegen konnten das Publikum überzeugen.

Im Duett „Pa-Pa-Pa” mit Papagena und Papageno sorgten Alina Richter und Markus Jansen für ein erstes Highlight des Abends. Auch Timon Ortloff als weiterer Papagenodarsteller und Beate Deckers als Pamina glänzten im Duett „Bei Männern, welche Liebe spüren”. Die beiden Finalszenen aus dem 1. und 2. Akt bestritten die Raphaela Ermer, Sabine Linke und Anna Repschläger, früher als niedliche Putten dargestellt, in Stolberg als Fußballbegeisterte mit Lausbubengesicht. Als Nothelfer in aussichtsloser Situation halfen sie einmal Tamino (Robert Bielders) und zum anderen Pamina (Natalie Stercken). Letztere ließ noch als Susanna und Dorabella in positiver Sicht von sich hören.

„Hochzeit des Figaro”

Nach der Pause ging es mit der „Hochzeit des Figaro” weiter. Als sehr gelungen konnte man das Rezitativ und das Duett zwischen der Gräfin (Annette Plathner) und Susanna (Carolin Greif) bezeichnen, wobei Annette Plathner sich in die Herzen der Zuschauer sang. Auch im Terzett mit Beate Deckers (Fiordiligi) und Dieter Krott (Don Alsonso) in „Cosi fan tutte”, in der die Treue zweier Frauen Dorabella und Fiordiligi auf den Prüfstand gestellt wird, erhielten sie viel Beifall.

Die beiden Schlussstücke gehörten dem notorischen Frauenverführer „Don Giovanni”, dargestellt von Sebastian Engel, der im Duett „Reich mir die Hand, mein Leben” mit Malina Uth als Zerlina, allerdings an seine Grenzen stieß. In der kurzen Friedhofszene mit dem herausragenden Dieter Krott als Komtur traten noch einmal alle Beteiligten des Programms auf und sorgten mit dem Schlussensemble für einen würdigen Abschluss.

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