Modellprojekt zur Erzieher-Ausbildung: Morgens selbst zum Unterricht, dann an Schulen arbeiten

Modellprojekt zur Erzieher-Ausbildung : Morgens selbst zum Unterricht, dann an Schulen arbeiten

Über den Mangel an qualifizierten Erziehern wird vielerorts geklagt. Um dem abzuhelfen, startet der landesweit interessante Modellausbildungsgang „Praxisorientierte vergütete Erzieherausbildung“ im Berufskolleg Stolberg/Simmerath.

Qualifizierte Erzieher und Erzieherinnen sind gefragte Leute. Die „Unterversorgung“ mit geeignetem Personal zu beklagen, ist leicht. Etwas effizient dagegen zu tun, ungleich schwieriger. Der Alsdorfer Förderkreis für Kinder und Familien (AKiFa) und das Berufskolleg Stolberg/Smmerath haben sich für Letzteres entschieden und den Modellbildungsgang „Praxisorientierte vergütete Erzieherausbildung“ (kurz PiA) organisiert.

Am 1. August haben vier Frauen und drei Männer (die älteste dieser Personen ist 42 Jahre alt) auf „diesen neuen innovativen Weg“ zum staatlich anerkannten Erzieher bzw. Erzieherin begeben, wie AKiFa-Geschäftsführer Klaus Spille bei der Vorstellung sagte.

Grund zum Feiern hat AKiFa aber auch wegen des Bezugs neuer Büroräume. War der Verein, der sich nicht zuletzt um die Grundschulen im Alsdorfer Stadtgebiet kümmert, bislang im Rathaus untergebracht, wurden nun neue schmucke Räume einen kräftigen Steinwurf entfernt im Haus Hubertusstraße 1-5 bezogen.

Der modellhafte, da für andere als Vorlage und Einladung zur Nachahmung dienende Ausbildungsgang dauert drei Jahre. Der Unterricht erfolgt dabei im Berufskolleg, nachmittags schwärmen die sieben „Schüler“ für den praktischen Teil in die Grundschulen aus (im Rahmen der Nachmittagsangebote der Offenen Ganztagsschulen), den der Alsdorfer Förderkreis für Kinder und Familien organisiert, inklusive Vergütung.

Initiiert wurde das Modell vom Verein AKiFa in Kooperation mit dem Berufskolleg Stolberg. Die so einmal ausgebildeten Fachkräfte werden dringend als zusätzliche Fachkräfte an den Grundschulen in Alsdorf gebraucht. Das gilt auch für den weiteren Ausbau der Kita-Plätze. Spilles Team und Vereinsvorsitzender Heinz-Günther Dohm arbeiteten bei der Erstellung des Konzepts intensiv mit der Alsdorfer Fachkraft Ingrid Wagner und Mandry Richter, Berufskolleg in Stolberg, zusammen, schließlich galt es, die staatlichen Vorgaben für den Bildungsgang zu erfüllen. Das Schulministerium in Düsseldorf musste mitziehen, was dann auch geschah.

Der Modellausbildungsgang wurde für einen Versuchszeitraum von drei Jahren genehmigt. Die Landtagsabgeordnete, Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD/Würselen), hob entsprechend die Bedeutung des bislang Erreichten hervor. „Vorrangige Zielsetzung ist, den Einstieg und die Zulassung für berufserfahrene Erwachsene zu erleichtern, den Bildungsgang für Abiturienten unmittelbar zugänglich zu machen und den Teilnehmern ein Arbeitseinkommen über die gesamte Ausbildungszeit zu ermöglichen sowie die hohe Qualität der Ausbildung zu sichern“, sagte Spille.

Glücklicher Umstand ist , dass seitens der Bundesjugendministeriums Fördermittel aus dem Programm „Fachkräfteoffensive Erzieher und Erzieherinnen“ in Aussicht gestellt wurden. Involviert in die Vorbereitung waren natürlich auch die Leitungen der Alsdorfer Grundschulen. Ebenso unterstützt der Schul- und Jugendhilfeträger Stadt Alsdorf das Projekt. Bürgermeister Alfred Sonders ist es wichtig, dass Kinderpflegerinnen auch in die U3-Betreuung vollwertig einsteigen können. Gerade besagte Kinderpflegerinnen könnten sich über „PiA“ weiterqualifizieren.Für das Schuljahr 2020/21 können sich weitere Interessenten bereits jetzt unter der Adresse www.akifa.de bewerben.

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