Aachen/Stolberg: Mord an schwangerer Ehefrau: Jugendstrafe gefordert

Aachen/Stolberg: Mord an schwangerer Ehefrau: Jugendstrafe gefordert

In einem sind sich am Montag im Fall von Burak S. Staatsanwalt und Verteidigung einig gewesen: Der wegen Mordes an seiner im vierten Monat schwangeren Ehefrau angeklagte 21-Jährige hatte zum Tatzeitpunkt, dem 15. März dieses Jahres, erhebliche Reifedefizite.

So sprachen sich die Prozessparteien vor der Jugendkammer des Aachener Landgerichts (Vorsitz Richter Gerd Nohl) für eine Verurteilung des Angeklagten nach Jugendstrafrecht aus. Staatsanwalt Peter Jansen forderte in seinem Plädoyer neun Jahre und sechs Monate Jugendstrafe, das ist nur ein halbes Jahr unter der Höchststrafe, die das Jugendstrafrecht für einen Mord vorsieht.

Die Nebenklage mit Rechtsanwalt Dirk Bach beantragte volle zehn Jahre, der Vertreter der Opferfamilie sperrte sich ebenfalls nicht gegen die von der Jugendgerichtshilfe und dem psychiatrischen Sachverständigen festgestellten „deutlichen Anhaltspunkte für eine Reifeverzögerung” von S.

Die Opferfamilie musste sich im letzten Wort des Angeklagten Vorhaltungen anhören, sie hätten sich zu sehr eingemischt. Das Urteil fällt Donnerstag, 11 Uhr.

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