Stolberg: Mobilität im Fokus der neuen Dauerausstellung im Zinkhütter Hof

Stolberg : Mobilität im Fokus der neuen Dauerausstellung im Zinkhütter Hof

Die frisch eröffnete neue Dauerausstellung im Museum Zinkhütter Hof kann mit vielen Worten beschrieben werden. „Turbo, Traffic, Transport“ ist hoch informativ, sehenswert, originell, interaktiv, barrierefrei, mitunter auch spektakulär und definitiv mindestens einen Besuch wert.

Weil die Mobilitäts-Ausstellung vor allem regional ist und zudem bildlich gesprochen eine Straße, die von der Historie über die Gegenwart bis in die Zukunft führt. Dementsprechend groß war das Interesse bei der offiziellen Eröffnung der neuen Schau, zu der Museumsleiter Sebastian Wenzler zahlreiche Gäste begrüßte.

Den Auftakt der Mobilitäts-Ära in dem Stolberger Museum für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte für den Raum Aachen moderierte kurzweilig und unterhaltsam der aus dem Fernsehen bekannte Sportkommentator Peter Grube.

Er übergab das Wort zunächst an Prof. Dr. Paul Thomes, Vorstandsvorsitzender der Fördergesellschaft des Museums. „Mobilität ist seit jeher ein menschliches Grundbedürfnis“, schickte Thomes voraus und dankte dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), der NRW-Stiftung und der Sparkasse für die Bereitstellung der finanziellen Mittel sowie dem Museumsteam um Wenzler und Petra Grüttemeier für die Realisierung der Ausstellung.

Thomes mahnte aber auch: „Umweltprobleme fordern heute nachhaltige Mobilität. Umso wichtiger ist, dass die neue Dauerausstellung auch in die Zukunft weist.“. Ein Aspekt, der nicht nur mit dem gezeigten „Streetscooter“-Pkw mit Elektromotor und der „Future Zone“ bei der Schau gegenwärtig ist und auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung thematisiert wurde. Etwa in der von Sportkommentator Grube vorgestellten „Viererkette“, hinter der sich eine Talkrunde verbarg.

In dieser betonte Karin Schmitt-Promny, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, in Zeiten, in denen Diesel-Fahrverbote diskutiert werden: „Wir brauchen eine andere Mobilität.“ Den Menschen müssten die negativen Folgen des „alten Mobilitäts-Verhaltens“ aufgezeigt und zugleich die positiven Effekte einer neuen Mobilität schmackhaft gemacht werden.

Dafür sei nun der Zinkhütter Hof ein höchst geeigneter Ort, meinte Milena Karabaic vom LVR-Dezernat für Kultur und Landschaftliche Kulturpflege: „Das Museum ist im Hier und Jetzt angekommen. Die neue Ausstellung ermöglicht den Blick in den Rückspiegel und hat zudem aktuelle gesellschaftspolitische Relevanz, womit sie einen bildungspolitischen Motor für zukunftsorientierte Gespräche und Diskussionen darstellt“, erklärte Karabaic.

Thema Mobilität für die Region

Harry K. Voigtsberger, Ehrenpräsident der NRW-Stiftung, hob sowohl die Bedeutung des Themas Mobilität für unsere Region hervor, als auch die des Zinkhütter Hofs. „Das Museum hat sich in 22 Jahren einen enormen Stellenwert in der Region erarbeitet und setzt auch Maßstäbe hinsichtlich Inklusion und Teilhabe, sagte Voigtsberger mit Blick auf die dank Aufzug und gegeben Durchfahrtsbreiten vorhandene Barrierefreiheit des Museums und auch auf die digitale Ausstattung: Für die neue Ausstellung können IPads entliehen werden, so dass Hör- und Sehgeschädigte besser an der Schau teilhaben können.

Der Stolberger Bürgermeister Tim Grüttemeier berichtete in der Talkrunde von dem Klimaschutzkonzept der Kupferstadt und den Bemühungen, die Elektromobilität voranzubringen. „Bei der gegebenen Stolberger Topographie sehen wir es als unsere Aufgabe an, entsprechende Ladestruktur auch in den Dörfern zu etablieren“, erläuterte der Verwaltungschef.

Musikalisch wurde die Eröffnung von „Turbo, Traffic, Transport“ von Johannes Flamm am Saxophon und Stefan Michalke am Flügel begleitet, und das letzte Wort gebührte freilich dem Museumsleiter. Sebastian Wenzler, der unter anderem auch Michael Prym, Präsident der Museums-Stiftung, und Jacques Crul, den Präsidenten der Vereinigung der Industriemuseen Euregio Maas-Rhein, willkommen hieß, führte in die neue Dauerausstellung ein.

Er dankte zum Beispiel den Beteiligten an der Entstehung des spektakulären sechseinhalb Meter hohen Pater Nosters, der die Exponate mobil macht, indem acht verschiedene Motoren auf ihm rotieren. Wenzler führte aus, dass im Obergeschoss die Mobilität mit Rennsport, Kunst, Werbung, gesellschaftlicher Stellenwert und mehr beleuchtet werde, während im Erdgeschoss mit historischen Fahrzeugen und weiteren Exponaten die Technik im Mittelpunkt stehe.

Die letzten Dankesworte des Tages seitens des Museumsleiters galten einmal mehr allen Beteiligten und Unterstützern und ganz besonders dem „Mann für alle Fälle“ — dem Hausmeister des Zinkhütter Hofs, Waldemar Wolf.

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