Stolberg: Mit „Costners Kevin” bei den „Filmfestspielen”

Stolberg: Mit „Costners Kevin” bei den „Filmfestspielen”

„Die Serengeti ist die Eifel Afrikas”, erklärte Kabarettist Jupp Hammerschmidt das Motto seines neuen Soloprogramms „Unsre Eifel darf nicht sterben”. Für die vielen Zuschauer in der Gaststätte „The Savoy” schlüpfte er sodann in die Rolle des berühmten Tierforschers Bernhard Grzimek.

Seine faszinierenden Beobachtungen des „homo europaeensis brutalis”, dessen Alttiere sich zunehmend auf Gran Canaria ausbreiten und dabei ihre Kleidung nahezu vollständig abstoßen, quittierte das Publikum mit vielen Lachern, aber auch Erstaunen. Zum Beispiel darüber, dass die mit ballonartig aufgeblähten Bäuchen versehenen Männchen der Spezies offensichtlich trächtig seien.

Eigenschaften der Eifel-Bewohner

Die Gäste erfreuten sich durchgängig an den köstlichen Anekdoten aus der Eifel, in denen Hammerschmidt manch vertraute Eigenschaft der Bewohner liebevoll humoristisch analysierte und auch einige Enthüllungen präsentierte: Er erinnerte an die 50er Jahre, als die ersten Wäscheschleudern in die Region kamen. Trotz des Warnhinweises „Nicht in die rollende Trommel greifen” habe es in der Folge viele Menschen ohne Arme gegeben. „Das besserte sich aber in den 70ern, als die Kunst des Lesens sich in der Eifel verbreitet”, sagte der Kabarettist und amüsierte das Publikum mit einer ausführlichen Beschreibung des wild durch die Waschküche hüpfenden Geräts, das ein schier unbändiges Eigenleben entwickelte.

Diese Episode um besagte Wäscheschleudern begeisterten nicht nur das Kupferstädter Publikum im „The Savoy”: Hammerschmidt berichtete, wie er darüber einst bei den renommierten „Filmfestspielen” in Imgenbroich mit „Costners Kevin” sprach. Resultat war Costners Meisterwerk „Der mit der Schleuder tanzt”, das auch Hammerschmidts aktuellem Programm den Titel leiht.

Hammerschmidt blickte auf die traditionellen Vorbereitungen zur Fronleichnamsprozession zurück - „Ddas war fast wie Kirmes!” - und wusste auch Neues aus der Eifel zu vermelden: „Es gibt inzwischen auch Eifeler, hat man mir erzählt, die in Urlaub fahren”.

Energiesparende Sprechweise

Ausgiebige Lachsalven erntete Hammerschmidt ebenfalls für seine Abhandlung über die Sprache der Eifeler. Sie sei kurz, voller Warmherzigkeit und habe einen charmanten „Inzest-Sound”. Die harte Landschaft erfordere eine energiesparende Sprechweise, was man besonders in Höfen, Hammerschmidts Heimatdorf, höre: „Dort bewegt man die Lippen beim Reden so wenig wie nur möglich. Till Schweiger stammt übrigens auch aus Höfen.”

Von einem anderen bekannten Sohn der Eifel, „Fontanes Thej”, zitierte Hammerschmidt Gedichte, besang zur Melodie von „Santa Lucia” seine Tante mit den Worten: „Eierlikör und Bier kamen als Duft aus ihr, Tante Lucia.”

Geschichten von seinem Besuch im „Reservat Kalterherberg”, den „Genuss-Rülpsern Eifeler Bäuerinnen”, dem „schweren kalten Entzug von der Sidolinabhängigkeit” oder einer der wichtigsten Beschäftigungen der Eifeler, dem „Kühmen”, bereiteten dem Publikum einen rundum vergnüglichen Abend mit Lachgarantie.