Aachen/Stolberg: Missbrauchsprozess: Gutachterin nennt Mädchen glaubwürdig

Aachen/Stolberg: Missbrauchsprozess: Gutachterin nennt Mädchen glaubwürdig

Im Fall von Lorenz S. aus Stolberg, der wegen sexuellen Missbrauchs seiner beiden Nichten - seinerzeit sieben und acht Jahre alt - vor dem Aachener Landgericht angeklagt ist, war am Freitag eine erste Gutachterin am Zuge. SIe hatte die Glaubwürdigkeit der Aussgen der beiden Mädchen zu beurteilen.

Lorenz S., der mit seiner Schwester, seinem Schwager und ihren beiden Töchtern in einer gemeinsamen Wohnung in der Innenstadt wohnte, ist angeklagt, mindestens am 25. November 2017 in einem Wäldchen nahe einem Parkplatz in Stolberg das ältere der beiden Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Zeugen hatten das beobachtet, die Sache beendet und die Polizei gerufen.

Im Laufe des Verfahrens verdichteten sich die Hinweise, dass auch die kleinere der beiden Mädchen von den Sex-Übergriffen ihres Onkels betroffen war. Beiden Mädchen hatte der 57-Jährige Geld versprochen, wenn sie bestimmte Handlungen über sich ergehen ließen. Die Ältere der Beiden hatte vor der Kammer schildern müssen, was dort in dem Stolberger Wäldchen und darüberhinaus bei anderen Gelegenheiten geschehen war.

Jene vor der 5. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Florian Handke von der heute Zehnjährigen gemachten Aussagen sind von einer Bonner Psychologin auf ihre Stimmigkeit untersucht worden. Die Therapeutin, Nicole Ufer, trug ihr aussagepsychologisches Gutachten vor. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das Mädchen zwar nicht in allen Details konsistent und immer den realen Abläufen entsprechend ausgesagt habe. Doch das Grundgerüst der Geschehnisse habe sie durchaus zutreffend wiedergegeben, eben so, wie es ein Kind in diesem Alter und angesichts dieses schambesetzten Sachverhalts könne.

Zur Bewertung der Geschehnisse an jenem 25. November in dem Wäldchen stünden der Kammer, so die Gutachterin, ja auch noch erwachsene Zeugen zur Verfügung, die den Sachverhalt objektiv bestätigt hatten. Auf ihre Aussage hatte auch die Gutachterin zurückgegriffen.

Gerade bezüglich der dort geschilderten Handlungen hatten sich die Angaben des Mädchens eindeutig bestätigt. Vor der Gutachterin bekräftigten weitere Zeuginnen, wie etwa eine Tante der Mädchen und die Leiterin ihrer Grundschule, in die die beiden gehen, welchen massiven Einschnitt dieses Verbrechen im Leben der Kinder verursacht habe. Nach der Offenbarung der Taten seien viele Auffälligkeiten im Verhalten der Mädchen erklärbar geworden.

Ein Urteil im Prozess wird am 6. August erwartet.