Klare Worte an die Senioren: Minister Karl-Josef Laumann zu Gast beim Bezirksseniorentag

Klare Worte an die Senioren : Minister Karl-Josef Laumann zu Gast beim Bezirksseniorentag

Minister Karl-Josef Laumann war zu Gast beim Bezirksseniorentag in Stolberg. Dabei war Gesundheit und Pflege ein großes Thema.

Er ist ein Freund der klaren Worte. Das wurde bereits nach wenigen Minuten deutlich. Die Rede ist von Karl-Josef Laumann (CDU). Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen war am Mittwochnachmittag zu Gast in Stolberg. Dort fand der Bezirksseniorentags der Senioren Union der CDU im Bezirk Aachen statt und vom Selfkant bis nach Kalterherberg waren Senioren aus der Städteregion sowie aus den Kreisen Heinsberg und Düren angereist, um Laumann zu seinen Ausführungen rund um das Thema Gesundheit und Pflege für die Generation 70+ in NRW. zuzuhören. Laumann hatte am Mittwochmorgen im Kabinett vorgeschlagen, dass Nordrhein-Westfalen das erste Land in Deutschland sein soll, das jedem Menschen, der einen Beruf in der Pflege erlernen möchte, eine Ausbildungsstelle garantiert. Laumann erklärte, dass er dieses Ziel in den kommenden Wochen erreichen wolle.

Schließlich werde es immer schwieriger Menschen zu finden, die in der Pflege arbeiten wollen. „Die Anzahl der Menschen, die Hilfe brauchen, ist groß. Es fehlen auf der anderen Seite aber auch Menschen, die diese Hilfe tun.“ Ein weiteres Problem: Immer mehr Menschen im Gesundheitswesen würden in Teilzeit arbeiten. „Wenn 100 Ärzte in Rente gehen, brauchen wir 130 neue Ärzte, um auf die gleiche Arbeitszeit zu kommen“, so Laumann weiter. Bereits angelassen sei der Bau einer medizinischen Fakultät in Bielefeld für eine halbe Milliarde Euro.

In dieser sollen jährlich 300 Medizinstudenten ausgebildet werden. Allerdings müssten auch die Pflegeschulen an den Krankenhäusern weiter wachsen, forderte Laumann. Allerdings erklärte der Minister auch: „Das Pflegeproblem können wir nicht über professionelle Pflegekräfte alleine lösen“, man müsse auch Familien und Nachbarschaft mit ins Boot holen. Dafür müsse allerdings auch eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, die Familien nicht zu einer räumlichen Trennung zwinge. Aber NRW habe in den meisten Regionen gut situierte Städte und auch gut situierte ländliche Räume so wie im Aachener Umland.

Das Thema Gesundheitssystem griffen auch Laumanns Vorredner in ihren Ausführungen auf. „Es muss doch unser Anliegen sein, auch in Zukunft ein gesundes. leistungsfähiges, wirtschaftliches und effizientes Gesundheitssystem vor allem für unsere Senioren vorzuhalten. Daran sollten wir gemeinsam arbeiten, denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen“, meinte Ludwig Hahn, Vorsitzender der Senioren Union Stolberg.

Auch in der Städteregion soll sich in Sachen Gesundheit eine Menge tun, erklärte Städteregionsrat Tim Grüttemeier. In der medizinischen Versorgung gebe es deutschlandweit eine ganze Reihe von Baustellen. Die Situation in der Städteregion sehe so aus: In einem Umkreis von nur wenigen Kilometern gebe es neun Krankenhäuser. „Keiner von uns kann glauben, dass es in zehn Jahren noch alle Krankenhäuser geben wird“, so Grüttemeier. Im Rahmen der Gesundheitskonferenz will die Städteregion gemeinsam mit den ansässigen Krankenhäusern ein Konzept erarbeiten.

Und auch in Sachen medizinische Versorgung im ländlichen Raum müsse sich dringend etwas ändern. „Es kann nicht sein, dass man 30 Minuten fahren muss bis man beim nächsten Hausarzt ist.“ Doch auch abseits des Gesundheitssystems gebe es viel zu tun. Als Stichworte nannte der Städteregionsrat den Strukturwandel und auch die Mobilität.

Eine Mahnung sein

Jochen Emonds, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Stolberg, ging in seiner Ansprache nicht nur auf das Gesundheitssystem, sondern auch auf den Brexit ein. „Er sollte uns eine Mahnung sein, für eine solide, verlässliche und sachorientierte Politik zu kämpfen und dafür einzutreten“, so Emonds. Für Stolberg sei das Miteinander der Generationen besonders wichtig.