Medizin- und Pharmaziemuseum

Kleis-Sammlung : Neue Räume für historische Ausstellung gesucht

Nach der erfolgreichen Erarbeitung und Präsentation der Sonderausstellung „90/70 Jahre Penicillin“ in der Villa Zinkhütter Hof im vergangenen Jahr bereitet eine weitere ehrenamtlicher Arbeitsgruppe um Dr. Hans Otto Brans eine Großposter-Schau zur Entwicklung des Stolberger Gesundheitswesens in den nächsten Monaten vor.

Sie wird die letzte sein, die der Arbeitskreis „Rheinisches Medizin- und Pharmaziemuseum“ rund um Hartmut Kleis im Ensemble des Zinkhütter Hofs räsentieren kann. Zum 1. September muss der Stolberger Apotheker seine Vitrinen in der Villa räumen. Das hat der Vorstand des Betreibervereins beschlossen.

Damit endet der Aufbau eines Medizinmuseums zumindest auf dem Gelände des Museums für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte für den Raum Aachen in Stolberg. Nun ist Hartmut Kleis auf der Suche nach Alternativen zum Zinkhütter Hof. „Ein Altbau mit seinen weitläufigen Fluren würde sich sehr gut zur Mitnutzung für unsere Vitrinen eignen“, sagt Kleis.

Mit einer Mitnutzung hatte das „Rheinische Medizin- und Pharmaziemuseum“ auch in der Villa des Zinkhütter Hofs vor zwei Jahren begonnen, nachdem Kleis bereits Ende 2015 Teile seiner Sammlung im Torburg-Museum präsentieren könnte. Im März 2017 hatte der Fördervereinsvorstand des Zinkhütter Hofs erlaubt, die Räumlichkeiten der Villa – analog zu den Bedingungen der von Karl-Heinz Oedekoven dort initiierten Ausstellungsreihe „in memorian“ zu nutzen.

Seit 2013 darf der mittlerweile pensionierte „Grünenthaler“, der auch die Aachener Hospizgespräche in den Zinkhütter Hof vermittelte, die Villa für die Reihe nutzen, die ab dem 12. Mai mit Werken des Aachener Arztes und Malers Prof. Dr. Georg Cohnen im Haupttrakt des Museums ihre zwölfte Auflage erlebt und mit einem Konzert der Königlichen Harmonie Hergenrath eröffnet wird.

Kleis und Oedekoven, die sich beide vielfach ehrenamtlich in Stolberg engagieren, wurden sich vor zwei Jahren rasch einig; und im Oktober 2017 wurde die Medizinschau im Rahmen des „2. Stolberger Gesundheitstags“ eröffnet. Mehr als 2000 Exponate und Gerätschaften aus der Geschichte der Medizin-, Pharmazie- und Labortechnik waren auf drei Räume im Parterre verteilt fortan sonntags und zu besonderen Veranstaltungen zu besichtigen. Weitere Exponate folgten, zumal Apotheker Kleis seit seiner Studienzeit Exponate aus der Medizin- und Pharmaziegeschichte sammelt, die er gerne als Gesamtwerk einer breiten Öffentlichkeit präsentieren möchte.

Als Hartmut Kleis nun anfragte, weitere Teile seiner Sammlung auch im erste Obergeschoss der Villa zeigen zu dürfen, kam es zum Bruch mit dem Museumsverein. Über die wahren Gründe möchte öffentlich niemand sprechen und erst recht mag niemand nachkarten. Bekannt ist allenfalls, dass die „Chemie“ zwischen Industriemuseum und Medizinmuseum nicht so recht stimmte und für die Kunstausstellungen der Platz knapp wurde. Nur soviel wurde verraten: Im Vorstand des Fördervereins gab es eine „ausführliche Aussprache,“ und der Beschluss erfolgte „ohne Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen“.

Flexibel mit Öffnungszeiten

Hartmut Kleis blickt nach vorne, sucht Räume und führt erste Gespräche für einen Fortbestand und eine Expansion des von rund 30 Ehrenamtlern getragenen Rheinischen Medizin- und Pharmaziemuseums. „Am besten geeignet wäre wohl ein repräsentativer Altbau mit großen Fluren für unsere Vitrinen.“ Dabei wäre der Arbeitskreis sicherlich auch flexibel bei seinen Führungen und Öffnungszeiten.

Und am liebsten wäre Kleis wohl ein städtisches Gebäude. Aber die Kupferstadt selbst verfügt kaum noch über eigene Immobilien, die entsprechend als Museum genutzt werden könnten. Viel Zeit bleibt für einen Umzug nicht mehr. (-jül-)

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