Stolberg: Massenhaft verschwindet das Wasser vom Nadelbrunnen

Stolberg : Massenhaft verschwindet das Wasser vom Nadelbrunnen

Er sprudelt nicht mehr. Der bespielbare Nadelbrunnen auf dem Vorplatz der Stadthalle schickt bereits seit geraumer Zeit mehr in die Höhe, obwohl die Technik als solche nicht defekt ist. Die Stadtverwaltung hat den Brunnen einfach abgeschaltet. Das aber aus gutem Grund.

Der Brunnen verliert sein Wasser in Massen. Es muss kontinuierlich nachgefüllt werden. Denn mehrere Dutzend Kubikmeter am Tag verschwinden spurlos, bestätigte Bernd Kistermann auf Anfrage unserer Zeitung. „Dabei soll der Brunnen ein geschlossener Kreislauf sein“, so der Leiter des Amtes für Technische Infrastruktur. Dabei fasst die unterirdische Kammer gerade einmal zwei Kubikmeter.

Abgeschaltet ist der 2008 installierte Brunnen vor der Stadthalle. Massenhaft verschwindet Wasser ungeklärt aus dem geschlossenen Kreislauf. Fotos. J. Lange.

Früher waren es zwei bis vier Kubikmeter Wasser, die am Tag verschwanden, verdunsteten oder über den Olof-Palme-Friedensplatz von spielenden Kindern gespritzt wurden. Aber als die Menge auf einmal mehrere Dutzend und mehr Kubikmeter am Tag hochschnellte, hat die Stadt in diesem Frühsommer schnell die sparsame Reißleine gezogen und den Brunnen abgeschaltet.

Die Suche nach dem „großen Loch“ hat allerdings noch nicht zum „Stein der Weisen“ geführt. Eine Undichtigkeit des Bassins, die Ursache eines so erheblichen Wasserverlustes sein könnte, ist bislang nicht entdeckt worden. Nun sollen in Kooperation mit der Enwor die Wasserdruckleitungen auf Schadstellen untersucht werden.

Wenn das auch zu keinen weiteren Erkenntnissen führen sollte, werden wohl im Winter die Bagger anrücken müssen, damit die Fachleute die Brunnenanlage „bei Tageslicht“ untersuchen können. Der Nadelbrunnen war im Rahmen der Neugestaltung des Platzes im Herbst 2008 installiert worden. Er löste den früheren Brunnen aus Findlingen ab, der immer wieder Opfer von Vandalismus wurde.

(-jül-)
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