Stolberg: Marktlücken und Trends beim 13. Handwerkermarkt im Zinkhütter Hof

Stolberg: Marktlücken und Trends beim 13. Handwerkermarkt im Zinkhütter Hof

Der Mausbacher Handwerkermarkt ist „ausgewandert”: Statt wie bisher in der Realschule des Ortes haben sich die Aussteller erstmals im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg präsentiert.

„Mit dem Mausbacher Handwerkermarkt nach Stolberg zu wechseln, ist ein Versuch”, stellte Organisator Jürgen Gielchen klar. Ob der Versuch erfolgreich war, werden die nächsten Monate zeigen. Erst dann werden die Firmen überschlagen können, wie viele Neukunden sie über den Markt tatsächlich gewonnen haben.

Im 13. Jahr veranstaltet Gielchen nun schon den Handwerkermarkt. In den Anfangsjahren waren es hauptsächlich im Ort ansässige Betriebe, die die Plattform nutzen. Längst aber sind es nicht nur Firmen aus Mausbach, die sich auf der Messe positionieren: Auch immer mehr Stolberger Firmen sehen im gemeinsamen Auftritt die Chance, den eigenen Betrieb bekannter zu machen.

In dieser Hinsicht war die Verlagerung nach Stolberg nur konsequent. Ganz abgesehen von dem Umstand, dass das Museum als hochwertiger Veranstaltungsort dem Handwerkermarkt gut tut - wie im Gespräch mit Besuchern deutlich herauszuhören war.

Die Gelegenheit, ihren Malerbetrieb vorzustellen, ergriff Iris Hartmann aus Stolberg. Sie war eine von 20 Ausstellern, die an der zweitägigen Veranstaltung teilnahmen. Ihr Fazit ist positiv: „Ich bin zufrieden, es waren viele gute Gespräche dabei”, erzählte die Malermeisterin, die seit drei Jahren selbstständig ist.

„Renovierungen werden in der Regel von langer Hand geplant, deswegen braucht man Geduld, der Erfolg lässt sich nicht sofort messen. Hauptsache ist, dass früher oder später Neukunden dazu kommen, aber ich denke, das wird auch der Fall sein”, ist Hartmann optimistisch.

Neben der Aquirierung von Neukunden helfen die Gespräche auch, um Marktlücken und Trends zu entdecken. „Fast alle Besucher, die zu meinem Stand kamen, waren an Informationen über ökologischen Materialien - ich arbeite unter anderem mit Lehm - interessiert”, resümierte die Malermeisterin.

Während der Besucherandrang am Samstag eher spärlich ausfiel, war am Sonntag deutlich mehr los. „Optimal wäre es, wenn noch weitere Aussteller mitmachen würden - Platz dafür ist ja vorhanden”, schlug Walter Trimborn, Mitarbeiter eines Raumausstatters, vor. Auf den Vorschlag angesprochen, reagierte Gielchen jedoch zurückhaltend: „Parterre ist im Museum bereits alles belegt. Es bliebe also nur noch die erste Etage. Die Frage ist aber, ob der Besucher die Aussteller oben auch wahrnimmt.”

Die meisten der Besucher haben diesbezüglich weniger Bedenken: Der Handwerkermarkt sei eine gute Sache, aber einige Aussteller mehr im Boot wären wünschenswert, so der Tenor.

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