Stolberg-Velau: Man kommt sich näher in der Velau

Stolberg-Velau: Man kommt sich näher in der Velau

„Wavin Flag”: Kaum ein anderes Lied prägt die ganze Welt in diesen Tagen mehr als der offizielle WM-Song. Nicht nur in Südafrika, sondern auf der ganzen Welt tanzen Menschen gemeinsam zu den Klängen des somalischen Künstlers K´naan. Sein Gesang vereint Menschen rund um den Erdball.

Auch in der Velau hätte man kaum ein passenderes Lied finden können: Denn hier bildete „Wavin´ Flag”, tänzerisch gestaltet von den Kindern der Tagesstätte Franziskusstraße, den Auftakt zum Fest der Kulturen der Kindertagesstätte und der Kirche St. Franziskus.

„Wir wollten ein Forum des Austauschs bieten, eine Möglichkeit, sich näher kennen zu lernen”, beschrieb Gemeinderatsvorsitzender Gerd Düppengießer die Gründungsidee des Familienfestes. „Oft wohnt man Tür an Tür mit Menschen anderer Kulturen, doch man lebt aneinander vorbei. Das ist sehr schade, und deshalb wollten wir diesem Phänomen ein Ende setzen.” Dieses Ziel erreichten die Veranstalter in beeindruckender Manier. Bereits zum vierten Mal fand das Fest nun schon statt und hat einen festen Platz im Zusammenleben der Kulturen in der Velau gefunden.

Den Auftakt zur diesjährigen Ausgabe machten die Stars des Nachmittags, die Kinder der Tagesstätte Franziskusstraße. Sie hatten Tänze einstudiert, die sie nun vor großem Publikum präsentierten. Afrikanische Trommeln erklangen, die Kinder verwandelten sich in Krokodile, Kängurus oder Affen oder wirbelten in bunten Kostümen über die Bühne. Der Applaus war ihnen ebenso gewiss wie der Stolz und die Anerkennung von Christa Haupts. „Das habt ihr alle ganz toll gemacht. Ich bin wirklich sprachlos, und das passiert nicht oft”, strahlte die Leiterin der Kita. Strahlende Gesichter hatten auch die Kinder, ausgelassen tanzten sie im Sonnenschein.

Für das leibliche Wohl der Besucher war ebenfalls gesorgt - und zwar mit kultureller Vielfalt. Ein Kebab-Stand war ebenso auf dem Gelände der Kirchengemeinde zu finden wie eine Grillbude, und so saßen die Besucher verschiedener Kulturen gemeinsam im Gras oder Zelt und genossen Sonne sowie Essen.

Die Kinder wurden bestens unterhalten vom „Circus Gioco” und seinem Clown. Im Anschluss wurde eine Hüpfburg aufgebaut, und auch im Garten der Kita sorgten Betreuer und Kinder für ein vielfältiges Programm. Kinderschminken, Henna-Tattoos islamischer Herkunft, arabische Schriftzeichen oder einen Sportparcours umfasste das breit gefächerte Angebot.

Zwei Bands sorgten für den musikalischen Genuss. Die „Inde Rebellen” brachten mit Gesang, Akkordeon, Gitarre, Trommel und Bass die Besucher in Stimmung, die Stolberger Kultband „De Karamba Männcher”, die in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum feiert, wusste das Festzelt in eine „Partymeile” zu verwandeln.

Party herrschte auch am Abend im Pfarrsaal. Ein Sonntagabend ohne Fußball war nicht denkbar und weil niemand wollte, dass sich die Besucher zum Fernseher verabschieden, gehörte die Leinwand einfach mit dazu. „Einen ganzen Nachmittag Live-Fußball” hatte Düppengießer den Fußballverrückten versprochen. Das Public Viewing bildete einen gelungenen Abschluss eines bunten „Festes der Kulturen” in der Velau, das nächstes Jahr hoffentlich, da waren sich alle einig, den fünften Geburtstag feiern kann.

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