Maler Hartmut Ritzerfeld und Musiker Norbert Walter Peters kooperieren

Kunstvolle Kooperation : Gruß an Beuys: „Stuka über Oberstein“

Es ist eine kunstvolle Kupferstädter Kooperation mit vielen Besonderheiten. Angefangen beim Titel des ersten Werkes. „Stuka über Oberstein“ ist das absurde Musikvideo überschrieben, das der Künstler und Beuys-Meisterschüler Hartmut „Hacky“ Ritzerfeld und der Klangpionier Norbert Walter Peters geschaffen haben. Als der Komponist und Musiker Peters vor zehn Jahren sein Musikstudio Stolberg am Steinweg eröffnete, habe Ritzerfeld gleich Interesse gezeigt.

„Stuka über Oberstein“ ist das absurde Musikvideo überschrieben, das der Künstler und Beuys-Meisterschüler Hartmut „Hacky“ Ritzerfeld und der Klangpionier Norbert Walter Peters geschaffen haben. „Ich habe Hacky in den 1960er Jahren kennengelernt. Da hatte er noch Haare“, sagt Peters. Als der Komponist und Musiker Peters vor zehn Jahren sein Musikstudio Stolberg am Steinweg eröffnete, habe Ritzerfeld beim international erfahrenen Autor für Radiokunst gleich vor der Türe gestanden und Interesse gezeigt.

Bald darauf entstand „Stuka über Oberstein“ – zunächst als absurdes Radiospiel. Der Maler Ritzerfeld tauschte dafür Pinsel gegen elektrische Gitarre und spielte eine Session im Musikstudio, Peters nahm sie auf und schuf nach Montage, Mix und Mastering einen avantgardistischen Beitrag zu einem Kurzhörspiel-Wettbewerb des österreichischen Rundfunks ORF. „Thema war die poetische Vorgabe ,Da ist jemand', die ich mit Männer- und Frauenstimmen der Software ,Natural Reader' in das Stück montiert habe“, beschreibt Peters.

Beim ORF-Wettbewerb sei eine Platzierung im ersten Viertel herumgekommen, vor allem aber sei das Stück einige Monate lang auf der ORF-Homepage zu hören gewesen und habe ein Publikum gefunden. Jüngst hat Peters die bearbeitete Session mit Ritzerfeld beim ARD-Wettbewerb „Pin Ball“ eingereicht. Inzwischen ist aber auch das Video „Stuka über Oberstein“ daraus geworden. Angelehnt ist der Titel an Wohnort und Gedankenkosmos von Beuys-Meisterschüler Ritzerfeld – in einem Stuka genannten Sturzkampfflugzeug machte Joseph Beuys als Bordfunker im März 1944 eine Bruchlandung auf der Krim.

Mittlerweile sind drei Musikvideos aus der Zusammenarbeit von Peters und Ritzerfeld entstanden, und, da die Kooperation völlig unkommerziell ist, kostenlos zu hören und sehen. „Allein das ist schon eine künstlerische Aussage“, meint Hacky Ritzerfeld und greift sich eine E-Gitarre im Musikstudio. Er spielt die ersten Töne und wirkt entrückt. So wie er als Künstler in die Welt der Farben und Formen eintaucht, verliert er sich auch in der Welt der Klänge. Das Bildmaterial für die auf Norbert Walter Peters' Youtube-Kanal erschienen Videos lieferte Ritzerfeld natürlich ebenso wie die Musik. Peters hat die Clips mit Skizzen und Aquarellen von Ritzerfeld bebildert.

Elektrisch und akustisch

Während Hacky mit der E-Gitarre Klangbilder malt, berichtet Peters von den weiteren Projekten. 2016 kam es zu einer „Free Bass Session“, bei der Ritzerfeld sowohl elektrischen, als auch akustischen Bass spielte. Daraus hat Peters jetzt das Video „Transsibirischer Heimweh Blues“ gemacht, dessen Titel irgendwie an Bob Dylans „Subterranean Homesick Blues“ erinnert. Nach Gitarre und Bass sei bei der jüngsten Session im vergangenen Monat das Piano an der Reihe gewesen.

„Hacky wollte schon lange etwas mit Klavier machen, also haben wir ein avantgardistisches Piano-Stück entworfen“, erklärt Peters und dreht im Sinne der Unterhaltung den Verstärker und damit Ritzerfelds Gitarrenspiel leiser. Resultat der Piano-Session sei eine „krass-grobe Crash-Sonata“ mit dem merkwürdigen Titel „Nur ich spiele privater“, hinter dem sich die persönliche Geschichte von Ritzerfeld und Peters verbirgt. Im Oktober 1983 war Peters als freier Mitarbeiter der Stolberger Lokalredaktion bei Ritzerfeld zu Gast, um einen Artikel über den Künstler zu schreiben. „Als ich sagte, Hacky male wie ein junger Wilder, entgegnete er: ,Nur ich male privater'“, erinnert Peters sich bis heute.

Der Musiker habe die drei Werke „Stuka über Oberstein“, „Transsibirischer Heimweh Blues“ und „Nur ich spiele privater“ zunächst in einem sogenannten Sozialen Netzwerk verbreitet. „Relativ schnell sind die Clips dann fast 2000 Mal angeschaut worden, was mich veranlasst hat, sie jetzt mit englischsprachiger Beschreibung auch bei Youtube zur Verfügung zu stellen“, sagt Peters, und Ritzerfeld legt die Gitarre beiseite. Es ist Zeit, vom Steinweg zum Oberstein zurückzukehren. Kaum hat der Künstler die Türe von Peters' Musikstudio hinter sich geschlossen, meint er: „Schade, dass er sich heute nicht getraut hat, so richtig aufzudrehen.“

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