Maler Dennis Brandt aus Stolberg eröffnet Malstudio im Atelier

Stolberger eröffnet Malstudio : Mit Kunst dem Leerstand in der Kupferstadt trotzen

Dieses mutige Start-up ist ein künstlerischer Beitrag zur Belebung des Steinwegs: Der Stolberger Künstler Dennis Brandt hat ein Malstudio am Steinweg 20 eröffnet. Sein eigenes Atelier befindet sich ersten Stock, und in dem kleinen Ladenlokal, das einst das SPD-Bürgerbüro beheimatete, bietet Brandt im Erdgeschoss Mal- und Zeichenkurse für Kinder und Erwachsene an.

„Allerdings nicht im Sinne von klassischem Unterricht. Besonders die Kinder sollen frei kreativ sein können, und ich unterstütze nur so, wie es gewünscht ist“, beschreibt Brandt.

Der 38-Jährige ist verheiratet und hat selbst zwei Kinder im Alter von sieben und zwölf Jahren. Kunst hat er in Essen studiert – aber nur kurz. „Das Studium habe ich abgebrochen, weil es mir viel zu theoretisch war.“ Brandt entschied sich stattdessen für eine autodidaktische Laufbahn, fürs Machen, fürs Malen. Und er malt viel. Mehr als 250 eigene Werke befinden sich derzeit in seinem Besitz. Brandt ist zudem ein experimentierfreudiger und vielseitiger Künstler. Er malt naturalistisch wie kubistisch, Anklänge von Pop-Art finden sich in seinen Werken ebenso wieder wie Spuren von Impressionismus.

Während der Maler mit vielen Genres spielt und vermeintliche Grenzen dazwischen aufbricht, zieht sich ein roter Faden konsequent durch seine Motivwahl: Die Liebe zu seiner Heimatstadt drückt er in nahezu allen Bildern aus. Die Burg und die Altstadt, die Industriegeschichte der Kupferstadt und die Landschaft vor allem in den Stadtteilen sind Sujets, die sich teils offensichtlich in Brandts Werken finden, teils Grundlagen für seine kreative Weiterentwicklungen darstellen. „Eigentlich steckt in jedem meiner Bilder ein Stück Stolberg“, erklärt Brandt.

Das Bekenntnis des gebürtigen Stolbergers zu seiner Heimatstadt gerät bisweilen auch unterbewusst auf die Leinwand. Wie in einer Pariser Ansicht mit dem Eiffelturm, in dessen direkter Nachbarschaft die Finkenbergkirche und die Stolberger Burg angesiedelt sind. Und Brandt wünscht sich wirklich eine Parallele zwischen Paris an der Seine und Stolberg an der Vicht: Ein Künstlerviertel wie Montmartre würde – freilich ein wenig kleiner – auch der Kupferstadt gut zu Gesicht stehen, meint Brandt.„Stolberg hat mit seiner großen und aktiven Kunstszene die besten Voraussetzungen dafür.“

Den geeigneten Ort sieht der Künstler im Steinweg. „Viele verwaiste Ladenlokale sind als zeitgemäße Geschäfte nicht mehr zu nutzen. Als Ateliers und Galerien sind sie aber sehr wohl geeignet. Zudem könnten Kunst-Events mit heimischen wie auswärtigen Künstlern und Straßenfest-Charakter zur Belebung des Steinwegs beitragen“, sagt Dennis Brandt. Einen Anfang hat er mitdem Malstudio und Atelier selbst gemacht. Der Künstler im Netz: www.d-brandt.jimdo.com