Stolberg: Lokführerstreik: Spedition transportiert Güter über Lastwagen

Stolberg : Lokführerstreik: Spedition transportiert Güter über Lastwagen

Die Kunden der Deutschen Bahn müssen sich auf den längsten Streik in der Geschichte des Unternehmens einstellen. Im Kampf um höhere Gehälter und Vertretungsrechte auch für die Zugbegleiter und Gastronomen in den Speisewagen hat die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) ihre Mitglieder dazu aufgerufen, die Arbeit von Mittwoch, 15 Uhr, bis zum kommenden Montag, 4 Uhr, niederzulegen.

Bestreikt wurde am Mittwoch zunächst der Güterverkehr. In Stolberg rollten die Güter jedoch weiter über die Schienen.

Dass es so bleibt, hofft Onur Özer von der Green Line Logistik GmbH in Steinfurt. Zwar gab es am Mittwoch noch keine Auswirkungen des Lokführerstreiks auf das Stolberger Unternehmen, ob das auch am Donnerstag so sein wird, war allerdings noch unklar: „Unser Verladetag ist der Donnerstag“, so Özer.

Gelassenheit herrschte am Mittwoch bei der Berzellius Bleihütte. „Unsere Güter-Transporte über die Schiene übernimmt die Rurtalbahn“, sagte Dr. Urban Meurer. Und die fährt. „Sowohl die Leistungen der Rurtalbahn GmbH im Personenverkehr als auch die Leistungen der Rurtalbahn Cargo GmbH im deutschlandweiten Güterverkehr sind nicht vom Streik betroffen.

Im Güterverkehr bemerken wir zudem eine erhöhte Nachfrage“, betonte Thilo Beuven, Geschäftsführer der Rurtalbahn Cargo GmbH. Als Privatunternehmen habe die Rurtalbahn mit der jetzt laufenden Tarifauseinandersetzung nichts zu tun.

Wer seine Güter in der Zeit bis Montag trotzdem von A nach B transportieren will, muss auf die Straße und auf Lkw ausweichen. Wenig erfolg bringt dies allerdings, wenn die Speditionen mit der Bahn zusammen arbeiten. „Wir transportieren nichts per Bahn“, sagte Sebastian Ohrndorf von der Spedition Lehnkering Gmbh in Stolberg auf Anfrage. „Unsere Güter werden per Lkw oder per Schiff transportiert.“ Ohrndorf räumte ein, dass die Lkw-Speditionen durchaus von Streik bei der Bahn profitiereh können: „Den einen oder anderen Auftrag bekommen wir schon, wenn die Bahn streikt, der Transport aber dringend ist. Dann übernehmen unsere Lkw.“

Karl-Heinz Rütgers, Chef der Stolberger Spedition Rütgers GmbH und Co. KG, verweist auf die Ansprüche seiner Kunden: „Die wollen alles von heute auf morgen ausgeliefert haben. Und das kann die Bahn sowieso nicht leisten.“ Deshalb arbeiten wir auch nicht mit der Bahn zusammen. Der Streik betrifft uns nicht.“ Monika Klöcker von der gleichnamigen Spedition in Stolberg sieht den Streik der Lokführer ebenfalls gelassen. Ihr Unternehmen transportiert alles per Lkw.

Da bleibt es egal, ob die Güterzüge nun fahren oder nicht. Markus Marben von der Ferntransport GmbH sieht weder Vor- noch Nachteile durch den Streik für sein Unternehmen. Die Firma STG Transport in Breinig verlässt sich beim Gütertransport auf ihre Lkw. „Wir haben mit dem Lokführerstreik zum Glück nichts zu tun“, sagte Bernd Ostlender auf Nachfrage. Gleiches gelte für die Sprint Transport GmbH, sagte Björn Hänsch beim Anruf durch die Redaktion.

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