Stolberg: Lösung für das Seniorenzentrum in Sicht

Stolberg: Lösung für das Seniorenzentrum in Sicht

In der „unendlichen Geschichte“ wird das nächste Kapitel aufgeschlagen. Wieder einmal dreht sich alles um das Seniorenzentrum am Amselweg, und die Protagonisten sind weiterhin die Stadt Stolberg und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG).

Seit Jahren bemühen sich die beiden Vertrags- und Verhandlungspartner um eine dauerhafte Bestandssicherung der in die Jahre gekommene Einrichtung auf der Liester, die fast 400 älteren Menschen ein Zuhause bietet. Vollzug können sie auch diesmal nicht vermelden, doch zumindest auf städtischer Seite war der Optimismus selten derart groß wie in diesen Tagen. „So weit sind wir noch nie gewesen“, zeigt sich Sascha Saßen, Geschäftsführer der städtischen Betriebsführungsgesellschaft überzeugt. Und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler geht sogar noch weiter, wenn er sagt. „Es ist viel Positives passiert. Wir stehen kurz vor einer dauerhaften Lösung mit modernsten Standards.“

Tatsächlich sind sich die Stadt und die LEG in den vergangenen Wochen ziemlich nahe gekommen. Über die grundsätzliche Notwendigkeit, die zweigeteilte Pflegestation im Altbau in moderne Appartements umzuwandeln, um einen wirtschaftlichen Betrieb gewährleisten zu können, bestand ohnehin Einigkeit. Zwischenzeitlich haben sich beide Seiten nun zudem konkret darauf verständigt, dass die Stadt als einzige Gesellschafterin der Betriebsführungs-GmbH die Umbaukosten von 1,5 bis zwei Millionen Euro tragen wird. Im Gegenzug soll ihr eine Reduzierung der jährlichen Pacht (derzeit 370 000 Euro) von der LEG als Eigentümerin der Immobilie für einen Zeitraum von zehn Jahren gewährt werden. „Damit wäre die Grundlage für einen neuen und langfristigen Pachtvertrag geschaffen“, betont Ferdi Gatzweiler zuversichtlich.

Ein „Aber“ schwingt dabei allerdings unüberhörbar mit, und tatsächlich gibt es ein wesentliches Detail, das einem Abschluss bereits zum Monatsende im Weg steht: Der verantwortliche Ansprechpartner der LEG quittiert nach Aussage von Gatzweiler und Saßen just in dieser Woche seinen Dienst. „Uns ist jedoch zugesichert worden, dass diese Personalie an den grundsätzlichen Absprachen nichts ändern wird“, berichten die beiden unisono. Doch die Erfahrung mahnt zu einer gewissen Vorsicht, und so wird ein Vollzug auch erst dann vermeldet, wenn alle Formalitäten erledigt und alle Verträge unterschrieben sind.

Dazu gehört auch die verbindliche Zusage der Landesentwicklungsgesellschaft, ein an das Seniorenzentrum grenzendes Grundstück zum aktuellen Bodenrichtwert zu verkaufen. Dort sowie auf einer städtischen Fläche könnte dann die neue Pflegestation gebaut werden, die Voraussetzung für eine Umwandlung der alten Einrichtung in Appartements ist.

„Wenn die Verträge mit der LEG in trockenen Tüchern sind, wird es keine zwei Monate dauern, bis wir einen Investor gefunden haben“, kündigt Ferdi Gatzweiler an. Dem Vernehmen nach gibt es einen Interessenten aus der Branche, der die neue Pflegestation bauen und auch betreiben würde und quasi bereitsteht. Offiziell liest sich das indes so: „Wir haben uns mit der Politik darauf verständigt, dass wir dieses Thema erst weiterverfolgen werden, wenn wir mit der LEG definitive Einigung erzielt haben“, so Ferdi Gatzweiler. In diesem Fall würde das nächste Kapitel aufgeschlagen. Und es wäre möglich, dass die „unendliche Geschichte“ doch noch mit einem Happy End abgeschlossen wird.