Lesertour im Brillenwerk: Jedes Unikat ist wie ein Kunststück.

Lesertour im Brillenwerk : Jedes Unikat von Markus Zimmermann ist wie ein Kunststück

Während unsere Leser Augenoptikermeister Markus Zimmermann über die Schulter schauen, stellen sie schnell begeistert fest: Was er hier vor ihren Augen herstellt, sind echte Kunststücke. Jede im Brillenwerk am Nachtigällchen hergestellte Sehhillfe ist ein echtes Unikat.

Der Arbeitstisch, an dem aus dem Rohling nach und nach der Mittelteil der Brille sowie der Bügel entstehen, ist das Herzstück der Manufaktur. „Es ist quasi mein Refugium. Ich verwende Holz, Büffelhorn und Acetat“, erklärt Zimmermann den Teilnehmern der Lesertour hinter den Kulissen seiner Manufaktur.

Acetat sei besonders gefragt. Es besteht zu großen Teilen aus Baumwolle und ist bei der Brillenherstellung besonders wegen seines geringen Gewichts vorteilhaft. Dadurch ist das Brillenmodell nicht zu schwer für den Nasenrücken.

„Die Passform kann perfekt individualisiert werden, denn schon leichtes Erhitzen ermöglicht einfaches Zurechtbiegen“, erklärt Zimmermann. Mit Büffelhornplatten aus Indien, die ebenfalls sehr beliebt sind, kreiert er künstlerisch gestaltete Einzelstücke, die den Charakter des Brillenträgers unterstreichen. „Ich sehe ein Gesicht und habe schnell die passende Idee. Für anatomische Besonderheiten wie ein sehr schmales oder ein etwas breiteres Gesicht sind handgefertigte Brillen ideal“, betont Zimmermann.

Auf einer Fotowand hatte Markus Zimmermann die Arbeitsschritte zusammengestellt. Foto: Nina Krüsmann

Höhepunkt der Tour, die Zimmermann nach dem Erfolg vor zwei Jahren nun zum zweiten Mal angeboten hat, ist die Vorführung an der Fräsemaschine. „Hier wird es laut, und es riecht auch etwas", meint der Augenoptiker und erzählt nicht nur, sondern geht auch schnell ans Werk. Mit Taststäben fährt er am Modell entlang und überträgt so die Brillenform auf das ausgewählte Material.

Nach und nach entsteht vor den Augen der Zuschauer das Endprodukt. „Das ist ja wirklich mehr als ein Handwerk, nämlich Kunst“, ist ein Mann begeistert, der bereits vor zwei Jahren dabei war und die Qualität und vor allem auch das individuelle Aussehen solch handgefertigter Sehhilfen schätzt.

Am Ende der Tour durch die Werkstatt stand der Blick auf ein Regal mit fertigen Brillen. Foto: Nina Krüsmann

Unter den Teilnehmern der Lesertour sind viele Brillenträger, aber nicht nur. Eine Dame unterstreicht, dass solche Brillen über ihren eigentlichen Sinn hinaus wahre Schmuckstücke seien – da mache es Spaß, eine Brille zu tragen. Ob nun die vielen verschiedenen Instrumente, die für den Herstellungsprozess nötig sind, oder die unterschiedlichen Materialien, alles durften die Besucher ausführlich in Augenschein nehmen, anfassen und natürlich reichlich Fragen stellen.

Auch das Computerprogramm, in das er Kundenfotos einspeist und damit die neue Brille auf das Gesicht abstimmt, erklärte Markus Zimmermann. Aber es ist nach wie vor nicht die moderne Technik, sondern die jahrzehntelange Erfahrung und das persönliche Geschick, mit dem er jede seiner Brillen zum Unikat und einem echten Kunststück macht.

Die Teilnehmer der Lesertour konnten Brillenmuster auch einmal in die Hand nehmen. Foto: Nina Krüsmann