Stolberg-Venwegen: Läufer trotzen den Elementen

Stolberg-Venwegen: Läufer trotzen den Elementen

Ein frischer Wind zieht durch den Venwegener Wald und den ganzen Tag wechseln sich Sonnenschein und Regenschauer ab. Durch das Wetter der vergangenen Tage ist der Waldboden aufgeweicht und rutschig. Keine idealen Bedingungen für die Kreiswaldlaufmeisterschaften, die in wenigen Stunden beginnen.

„Natürlich wäre besseres Wetter schöner”, meint Hans-Gerd Motter von der LG Stolberg, doch als Waldläufer ist man auch auf solche Bedingungen eingestellt.

Bis tief in die Nacht hat der 59 jährige noch Teilnehmer in seinem Computer erfasst, seit 9.30 Uhr ist er mit vielen Helfern des Vereins vor Ort, um die anstehenden Meisterschaften rund um das Venwegener Waldstadion vorzubereiten.

Den Zuschlag für die Austragung der diesjährigen Meisterschaften hat die Stolberger Laufgemeinschaft aufgrund ihres 40-jährigen Bestehens erhalten.

Sowohl der Förster als auch der Leichtathletik-Dachverband, der LVN Kreis Aachen, mussten die ausgewählten Strecken vorher genehmigen.

Über 250 Teilnehmer

Hans-Gerd Motter ist seit über 30 Jahren dabei und bei der LG als Mittel- und Langstreckentrainer aktiv. Was er an dieser Sportart besonders schätzt? „Freie Natur, bei Wind und Wetter draußen sein und die tolle Kameradschaft untereinander.”

Natürlich sei der Laufsport auch gut für die Gesundheit, erklärt Motter. An 15 bis 20 Wochenenden im Jahr ist er mit seinen Läufern bei Turnieren unterwegs. Trainiert wird drei bis vier mal die Woche, vor wichtigen Turnieren sogar häufiger.

Trainingsmöglichkeiten sind in der Umgebung ausreichend vorhanden. So trainieren die Läufer der LG in den Wäldern von Brand, Eschweiler und Breinigerberg.

Gut zwei Stunden vor Beginn der ersten Wettkämpfe sind die Vorbereitungen weitestgehend abgeschlossen. Motter und sein Team haben die Strecke mit Pfeilen markiert, Waldwege abgesperrt und Start- und Zielpunkte gekennzeichnet.

Die Umkleidemöglichkeiten im Venwegener Vereinsheim sind hergerichtet und für das leibliche Wohl der Athleten und der hoffentlich zahlreichen Zuschauer haben die Frauen der 200 Mitglieder starken LG gesorgt.

Über 250 Teilnehmer sind für die Kreiswaldlaufmeisterschaften gemeldet. Insgesamt 18 Vereine aus Stadt und Kreis Aachen nehmen an den Meisterschaften teil. Neben der LG Stolberg geht das Team LAC Mausbach als zweiter Stolberger Verein an den Start.

Mit den Bambini geht es um 13.30 Uhr los, es folgen die Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen, zum Ende der Meisterschaften laufen dann die Senioren um den Kreismeistertitel.

„Bei so einem Wetter kommen nur die Härtesten”, scherzt Hans-Gerd Motter und schätzt, dass vielleicht nur 150 von den gemeldeten 250 Teilnehmern erscheinen könnten. Ob er Recht behält, wird sich im Laufe des Nachmittags zeigen.

Gut eine Stunde vor Beginn der Bambini Wettkämpfe treffen die ersten Nachwuchsläufer am Vereinsheim ein. Nun werden die Teilnehmerlisten abgeglichen und jeder Läufer erhält eine Nummer, mit der er später an den Start gehen wird.

Um die Strecken haben sich trotz des wechselhaften Wetters einige Zuschauer, darunter viele Eltern, versammelt, um die jungen Sportsfreunde anzufeuern.

„Herzlich Willkommen bei den diesjährigen Kreiswaldlaufmeisterschaften”, schallt es durch die Lautsprecher des Waldstadions.

Die Stimme gehört Friedel Ohlegschläger, dem Ehrenvorsitzenden der LG Stolberg, der an diesem Samstag als Moderator des Turniers fungiert. Pünktlich um 13.30 Uhr erklingt dann zum ersten Mal das Startsignal der Startklappe für die weiblichen Bambini.

Vor Ihnen liegen 350 Meter, die es in sich haben, denn der aufgeweichte Boden, Pfützen und leichte Steigung erschweren die Bedingungen für die kleinsten Sportler an diesem Tag.

Doch am Ende erreichen die Sieger der männlichen und weiblichen Bambinis ihr Ziel in einer Zeit, die knapp über einer Minute liegt. Ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann.

Es folgen 10 weitere Entscheidungen an diesem Nachmittag, angefangen mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen D und C über 890 Meter. Je höher die Altersklasse, desto länger ist die Distanz, welche die Leichtathleten heute zurücklegen.

Für die Schüler der A-Klasse stehen bereits drei kleine Runden auf dem Programm, 2790 Meter. Und auch die Senioren ab 30 Jahre, trotzen an diesem Tag zahlreich Wind und Wetter, obwohl gerade sie einem regelrechten Wolkenbruch zum Opfer fallen und das Rennen einer regelrechten Schlammschlacht gleicht.

Während die Seniorinnen 5940 Meter laufen, sind es bei den Männern vier große Runden und 7940 Meter durch den Venwegener Wald.

Viele ältere Sportler der LG nehmen heute nicht als aktive Sportler an den Meisterschaften teil, denn Sie sind als Helfer rund um die Strecken im Einsatz, wie zum Beispiel Schülertrainer Tobias Rüttgers und Hans-Gerd Motters Sohn, Michael. Beide sind für die Zeitnahme zuständig.

„Damit alles korrekt abläuft, nehmen wir die Zeit doppelt”, erklärt Tobias Rüttgers. Nach den Läufen werden die Zeiten der einzelnen Läufer abgeglichen und erfasst.

Nach dem Turnier zeigt sich Hans-Gerd Motter zufrieden mit dem abgelaufenen Wettbewerb. „Keine Verletzten, was nicht selbstverständlich bei den schwierigen Bodenverhältnissen ist, und den Zeitplan perfekt eingehalten”, so das positive Resümee trotz Wolkenbrüchen und Schlammschlachten auf den Strecken.

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