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Stolberg/Aachen: Kunkels Entlastungszeugen glänzen vor Gericht mit Abwesenheit

Stolberg/Aachen : Kunkels Entlastungszeugen glänzen vor Gericht mit Abwesenheit

Die Berufungsverhandlung gegen den Stolberger NPD-Ratsmann Willibert Kunkel hat am Mittwoch vor dem Landgericht Aachen begonnen.

Der Vorsitzende des NPD-Kreisverbands Aachen will ein Urteil des Amtsgerichtes Düren anfechten, das ihn in erster Instanz wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt hatte.

Der Prozess geht zurück auf einen Zwischenfall an einem NPD-Infostand in Düren im März 2007. Kunkel soll dabei einen Passanten an den Kopf geschlagen haben, was das Amtsgericht Düren im Dezember 2007 als erwiesen ansah. Kunkel selbst bestreitet dies, weswegen er Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt hatte.

Seinerzeit hatten NPD und Neonazi-Skinheads den Infostand in Düren abgehalten. Kunkel hatte dem späteren Opfer ein NPD-Flugblatt in die Hand gedrückt. Der Dürener indes zerriss das Faltblatt, warf die Schnipsel durch die Luft und beschwerte sich über den „braunen Müll”.

Als Zeuge sagte das Opfer am Donnerstag aus, ihm sei „spontan” die Idee gekommen, mit der Tat symbolisch seine „politische Meinung” gegen die NPD zu äußern. Daraufhin habe Kunkel ihm jedoch gegen den Kopf geschlagen. Kunkel selbst bestritt dies. Aus einem „Reflex” heraus und um die Schnipsel abzuwehren, habe er nur die Hände gehoben.

Dies wiederum bestritt eine Studentin, die seinerzeit in einer Bäckerei jobbte. Sie sagte aus, Kunkels Schlag gesehen zu haben. Zwei Männer, die seinerzeit am NPD-Infostand aktiv waren, konnten sich demgegenüber nur noch vage erinnern. Einer sagte aus, Kunkels Handbewegung sei eine „Abwehrreaktion” wegen der Schnipsel gewesen. Der Zweite, Dürens NPD-Chef Ingo Haller, konnte sich kaum erinnern, wusste jedoch, dass Kunkel „nicht geschlagen” habe.

Vertagt wurde das Verfahren auf Mitte Oktober, weil drei Entlastungszeugen für Kunkel nicht erschienen waren. Der Richter verhängte gegen diese Personen aus der rechtsextremen Szene Ordnungsgelder in Höhe von je 150 Euro.