Krippenausstellung im Rathaus

Stolberg : Krippenausstellung im Rathaus: „Gott hat uns das größte Geschenk gemacht“

Seit 2009 ist die große Krippenausstellung, die am Freitag im historischen Rathaus einmal mehr eröffnet wurde, ein fester Bestandteil der Kupferstädter Weihnachtstage. Und ein Publikumsmagnet, denn die Schau bei freiem Eintritt zieht in jedem Jahr begeisterte Besucher an. Wilhelm Prümmer ist von Beginn an der Organisator der Ausstellung und zeigt natürlich auch seine eigenen Krippen. Mit Prümmer sprach Dirk Müller über die Entwicklung der Schau, die aktuelle Ausstellung und die Bedeutung der Krippe.

Das Motto der Ausstellung lautet seit neun Jahren „In jeder Familie eine Krippe“. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Prümmer: Wenn Gruppen aus Kindertagesstätten zu der Ausstellung kommen, frage ich die Kleinen immer, warum wir eigentlich Weihnachten feiern. Als Antwort höre ich dann oft: „Wegen der Geschenke“. Es ist schön, Weihnachten mit der Familie zu feiern, sich gegenseitig zu beschenken und einen Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schmücken. Der Anlass des hohen Festes ist aber die Geburt Jesu Christi, und eben diese stellen Krippen szenisch dar. Die Krippen führen uns plastisch den Grund vor Augen, warum wir Weihnachten feiern: Dass Gott uns mit der Geburt seines Sohnes und unseres Erlösers das größte Geschenk gemacht hat. Dies sollte nicht in den Hintergrund und schon gar nicht in Vergessenheit geraten.

Wie hat die Krippenausstellung sich entwickelt?

Prümmer: Sehr gut. Begonnen haben wir mit sieben Ausstellern, heute sind es elf. Manche Krippenbauer nehmen nur alle zwei oder drei Jahre teil, so dass immer eine gewisse Dynamik in der Ausstellung ist, und sie ihr Gesicht ständig verändert. Und wir Stolberger Krippenfreunde freuen uns, wenn weitere interessierte Aussteller hinzukommen. Was auch geschieht und zugleich zeigt, dass Krippenbau kein „Altherren-Hobby“ ist. Wir zeigen auch Krippen, die von einem 13-Jährigen und einer Siebnjährigen gebaut wurden. Dass es aktiven Nachwuchs gibt, erfüllt uns natürlich mit Stolz und Freude.

Und wie sieht es mit den Besucherzahlen aus?

Prümmer: Die sind stetig gestiegen. An einem guten Wochenende besuchen inzwischen bis zu 2000 Menschen die Krippenausstellung. Und auch das Angebot mit Führungen für Gruppen wie zum Beispiel aus Kindertagesstätten, das wir seit 2010 etabliert haben, wird immer beliebter. Zu Beginn waren es zwei Gruppen, die sich dafür angemeldet haben. Bei dieser Ausstellung sind es bisher neun Gruppen aus Stolberg, aber auch aus Eschweiler und aus Langerwehe. Und es können sich noch weitere Gruppen für Führungen anmelden.

Was können die Besucher von der aktuellen Ausstellung erwarten?

Prümmer: Es gibt wieder Heimatkrippen, bei denen das Geschehen der Heiligen Nacht in das persönliche Umfeld der Krippenbauer verlegt wird, orientalische Krippen in der Landschaft um Bethlehem, Wurzelkrippen, Miniaturkrippen und Krippen in Laternen oder etwa in dem Holzgehäuse eines alten Radios. Die Krippen sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet, manche verfügen über Bachläufe, Mühlen oder einen Wasserfall — mit wirklich fließendem Wasser. Außerdem zeigen wir festlich illuminierte Schwibbögen, Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge und mehr. Und auch bei dieser Krippenausstellung gibt es wieder einige Neuerungen.

Welche Neuerungen meinen Sie?

Prümmer: Die Führungen für Gruppen werden wie bisher montags bis freitags von 10.30 bis 12.30 Uhr angeboten, jetzt aber erstmals auch während der allgemeinen Öffnungszeiten. Neu ist auch ein „Zubehör-Markt“, bei dem Figuren, Brunnen, Tränken, Lagerfeuer, Brücken und mehr — sogar ganze Szenen — zu sehr fairen Preisen erworben werden können. Wir hoffen, damit manche Ausstellungsbesucher zu ermutigen, vielleicht selbst eine Krippe zu bauen. Dann gibt es selbstverständlich noch neue Exponate wie der kleine Nachbau der Krippe, die auf dem unteren Burghof steht und in der die City Starlights bei den Kupferstädter Weihnachtstagen die lebende Krippe aufführen. Oder auch neue Schwibbögen mit den Motiven Stolberger Burg und historisches Rathaus, in dem wir die Krippen ausstellen.

Die letzteren Beispiele zeugen von starkem Bezug zu Stolberg...

Prümmer: Auf jeden Fall. Die Stolberger Krippenausstellung gehört zu den Kupferstädter Weihnachtstagen. Wir nennen uns ja auch „Stolberger Krippenfreunde“, auch wenn die Krippenbauer aus Breinig, Schevenhütte, Merzenich, Nideggen und Kreuzau kommen. Die Identifikation mit Stolberg ist definitiv vorhanden, und es ist dementsprechend folgerichtig und auch schön, wenn einige Motive dies widerspiegeln.

Wird es bei den Kupferstädter Weihnachtstagen 2018 auch die zehnte Krippenausstellung geben?

Prümmer: Davon gehe ich fest aus. Es macht den Krippenbauern viel Freude, ihre Werke auch in der Öffentlichkeit zeigen zu können und viele Ausstellungsbesucher begrüßen zu dürfen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt, insbesondere mit Jürgen Gerres, dem Cheforganisator der Kupferstädter Weihnachtstage, sehr gut ist. Wir Stolberger Krippenfreunde fühlen uns bestens aufgehoben und spüren, dass der Stadt viel an unserer Ausstellung liegt.

Mehr von Aachener Nachrichten