Stolberg: Kreisverkehr „Nachtigällchen” lässt weiter auf sich warten

Stolberg: Kreisverkehr „Nachtigällchen” lässt weiter auf sich warten

Baustellen sind im wahrsten Sinne des Wortes Baustellen in Stolberg - solche, die aktuell die Verkehrsführung beeinträchtigen, aber auch solche, die sich die Stadtplaner sehnlichst erhoffen. Bestes Beispiel dafür ist der lang ersehnte Kreisverkehr Nachtigällchen.

Dessen Realisierung hatte der Landtagsabgeordnete Axel Wirtz (CDU) vor gut einem Jahr für 2011/12 avisiert, als das Projekt auf Platz sechs der Prioritätenliste stand.

Warten auf Landesmittel

Mittlerweile steht der Kreisverkehr auf Rang fünf, und dort ist er auch geblieben, nachdem am Dienstag die Unterkommission der Verkehrskommission des Regionalrates getagt hat. „An dem Stand hat sich nichts verändert”, erklärte Edgar Klein auf Anfrage, der eigentlich mit der Realisierung gerne bald loslegen würde - auch weil sich ein vorrangig priorisiertes Projekt am Kaninsberg unerwartet verzögert.

Doch wann mit einem Baubeginn wirklich gerechnet werden kann, ist für den Leiter des Landesbetriebs Straßenbau in Euskirchen derzeit offener denn je. „Das hängt davon ab welche Haushaltsmittel wir für welche Töpfe zugewiesen bekommen”, sagt Klein. Doch der Haushalt des Landes für 2011 steht noch ebenso in den Sternen wie die neue Landesregierung ihre neu gesetzen Prioritäten beim Straßenbau in die Praxis umsetzen wird.

Dabei hat es bereits erhebliche Vorleistungen gegeben. Die Planung steht und wurde zu einem großen Teil vom anliegenden Unternehmen Leoni Kerpen bezahlt, das sich auch an der Realisierung des Kreisverkehrs finanziell zu beteiligen gedenkt. Damit einher geht die Lösung eines weiteren dringenden Problems. Die Einleitung der Straßenentwässerung muss aufgrund gesetzlicher Vorschriften neu geregelt werden.

In Euskirchen würde man Aktivitäten seitens der Stadt zur Beschleunigung des Kreisverkehrs Nachtigällchen begrüßen, erklärte der Landtagsabgeordnete am Mittwoch: „Auch der Bürgermeister ist gefordert, dem Vorhaben den nötigen Nachdruck zu verleihen”, sagte Axel Wirtz mit Blick auf die Kostenbeteiligung durch das Unternehmen. Geprüft werden müsse, ob die Stadt das Projekt vorfinanzieren könne und dürfe.

Klein: Eine Gefahrenstelle

Geregelt werden soll bei einem Ortstermin der zuständigen Behörden Landesbetrieb, Städteregion und Stadt die Tempo-30-Regelung am Gressenicher Ortseingang. Dass sie bereits auf freier Strecke greift, hält Klein für überzogen, aber in der Ortseinfahrt auf der Römerstraße sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung unerlässlich.

„Dort endet der Radweg auf der Fahrbahn der Landesstraße”, was Klein ebenso als Gefahrenzone einstuft wie den intensiven Fußgängerverkehr zu Kirche, Pfarrheim und Friedhof sowie zu Schule und Sportanlagen. Die Bezirksregierung, die jüngst die Aufhebung von Tempo 30 verfügt hatte, sei mit der aktuellen Gefahrenlage offensichtlich noch nicht vertraut.

Nur FDP gegen Tempo 30

Gleichwohl hat der Hauptausschuss am Dienstag mehrheitlich beschlossen, die bestehende Tempo-30-Strecke auf der Römerstraße in eine endgültige Regelung umzuwandeln und das vorgeschriebene Anhörungsverfahren einzuleiten.

Lediglich die Liberalen stimmten dagegen: „Wir können nicht erkennen, dass Tempo 30 hier auf der Landesstraße gerechtfertigt ist”, erklärte FDP-Ratsherr Dr. Stefan Wiemann.

Für reichlich Wirbel sorgte auch die von EWV und Enwor ab Montag für die Dauer von drei Monaten geplante Erneuerung der Gas- und Wasserversorgung in der Konrad-Adenauer-Straße zwischen Markt und Aachener Straße mit halbseitiger Sperrung.

Einerseits beschwerte sich Dieter Wolf (SPD) über eine mangelnde Kommunikation insbesondere mit den betroffenen Geschäftsleuten in Büsbach; andererseits kollidiert dieses Vorhaben mit der dringenden Maßnahme des Landesbetriebs, die sich ablösende Asphaltdecke auf der L238 vor Leoni Kerpen zu erneuern.

Dafür ist eine zweitägige Vollsperrung erforderlich, für die wiederum Büsbach als Umleitung zur Verfügung stehen müsste. Die Vollsperrung an Nachtigällchen würde aber auch kollidieren mit der dortigen Baustelle des Wasserverbandes die bis Weihnachten die Kurt-Schumacher-Straße halbseitig blockiert.

Telefone laufen heiß

Am Mittwoch liefen die Telefonleitungen zwischen Stadt, EWV und Landesbetrieb heiß, um das Problem zu klären. Die Lösung besteht in einer Verschiebung des Bautermins in der Zweifaller Straße auf nächstes Jahr sowie in einer Verschiebung des Baubeginns in der Konrad-Adenauer-Straße auf den 22.November, damit Anlieger sich darauf einstellen können.

Einbahnstrecke Richtung Markt

Damit bleibt die Herausforderung, die Umleitung für die Büsbacher Baustelle mit der in der Krauthausener Straße in Dorff zu koordinieren, was auch die Aseag betrifft. Auf der Konrad-Adenauer-Straße soll eine Einbahnstraße in Richtung Markt ausgewiesen werden; der Linienverkehr soll über die Bischofstraße auf den Lehmkaulweg ausweichen. Ortskundige Autofahrer werden klar im Vorteil sein und Nebenstrecken anstelle der großräumig ausgewiesenen Umleitung zu nutzen wissen.

Baubeginn P+R-Anlage

Begonnen hat derweil am Mittwoch die Umgestaltung der neuen P+R-Anlage an der Rhenaniastraße. Innerhalb von gut zwei Wochen sollen die Zu- und Abfahrten des Parkplatzes so umgebaut werden, dass Autofahrer nicht mehr Gefahr laufen, den gegenüber liegenden Bahnübergang Probsteistraße zu gefährden. Die Deutsche Bahn hatte jetzt der überarbeiteten Planung zugestimmt.