Konzert in Vogelsangkirche

Konzert in der Vogelsangkirche : Barocke Musik in der Vogelsangkirche

Ein Konzert mit fantastischer Traversflöten- und Cembalomusik begeisterte die Zuhörer in der Kirche. Der Erlös des Benefizkonzerts soll der Reparatur des Daches dienen.

Das Dach der 1648 entstandenen Vogelsangkirche muss saniert werden. Feuchtigkeit und Nässe haben dem aus Holz bestehenden Dachstuhl arg zugesetzt. Besonders an den Stellen wo die Holzkonstruktion auf das Mauerwerk aufliegt sind Schäden entstanden. Bemerkbar machen sich die Schwachstellen durch unbrauchbar gewordene Balkenteile und braue Wasserflecken im Innenraum.

Um einen kleinen Anteil der zu erwartenden hohen Kosten zu kompensieren, wurde jetzt seitens der Evangelischen Kirchengemeinde Stolberg in der Vogelsangkirche ein Benefizkonzert veranstaltet. Ausführende Künstler waren der Kirchenmusiker Professor Johannes Geffert am Cembalo und die Solistin Ulrike Friedrichs, die den Konzertgästen ihre barocke Traversflöte vorführte.

Passend zum Namen des lutherischen Gotteshauses standen Vogelklänge auf dem Programm, das als Kuckucksrufe, Hühnerhofgeschrei und Nachtigallenklänge in Szene gesetzt wurden. Genutzt wurden für die musikalische Darstellung der Vogelstimmen Werke der Komponisten Francois Couperin und Alessandro Poglietti. Aber auch Sonaten von Johann Joachim Quantz, Giovanni Platti und Johann Gottfried Müthel kamen zur Aufführung. Ergänzt wurden diese im späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert entstanden Werke durch ein Rondo von Carl Philipp Emanuel Bach.

Vorgestellt wurden die Stücke mit Hintergrundinformationen von Johannes Geffert, der Ulrike Friedrich am Cembalo begleitete. Das Konzert begann mit der Sonate D-Dur von Johann Joachim Quantz. Danach folgten zwei Vogelstimmen für Cembalo: Das Stück „Le Coucou“ von Francois Couperin und die Komposition „Capriccio über das Hennergeschrey“ von Alessandro Poglietti. Höhepunkt war dabei das Werk „Die verliebte Nachtigall“ für Cembalo und Traversflöte, das die Flötistin und der Cembalist gemeinsam vorführten. Dazwischen lagen noch die Sonaten von Johann Gottfried Müthel und Giovanni Platti, die durch das Rondo a-moll von Carl Philipp Emanuel Bach ergänzt wurden.

Die einzelnen, der Barockmusik zuzuordnenden Stücke, wurden auf einem hohen künstlerischen Niveau gespielt und fanden ausnahmslos die Anerkennung und Bewunderung der anwesenden Besucher. Dementsprechend wurde reichlich Szenenapplaus gespendet. Geffert und Friedrich verstanden es, ihre Instrumente einfühlsam und variantenreich zu spielen und immer wieder auf dem Cembalo und der Traversflöte überraschende und gefühlvolle Klänge hervorzurufen, die unter anderem als Vogelstimmen daher kamen. Nur verständlich, dass die Besucher zum Konzertende eine Zugabe verlangten. Und so erklang als Zugabe und Abschluss ein Stück von Johann Sebastian Bach.

Johannes Geffert, der in Langscheid (bei Mayen, Eifel) beheimatet ist und als Kirchenmusiker in Aachen und Bonn wirkte, nutzte für seine Vorführung ein Cembalo, das in den 1980er Jahren entstanden ist und auf Bau- und Konstruktionsplänen beruht, die um 1650 ihren Ursprung haben.

Ulrike Friedrich wurde in Koblenz geboren und ist als freischaffende Musikerin und Instrumentalpädagogin mit der modernen Querflöte und der historischen Traversflöte im Raum Andernach/Neuwied tätig. Als Solistin hat sie ebenso wie Geffert zahlreiche Konzerte im In- und Ausland gestaltet. Zum Beginn des Konzertes hatte Finanzkirchmeister Karl Freyberger Einzelheiten der Sanierungsmaßnahme verlauten lassen. So zum Beispiel, dass die durch Fäulnis und Nässe geschwächten Stellen des Dachstuhls mit Stahl, sogenannten Schuhen, ummantelt werden und das gesamte Dach neu eingedeckt wird.