Komödiantisches und Sarkastisches

Lesung : Komödiantisches und Sarkastisches

Die Vorleser Karo Schreurs und Jörg Drescher sowie Saxophonist Helmut Bächle nehmen Zuhörer mit auf Reise

Ein ganz besonderer Abend war es, mit faszinierten Zuhörern und höchst engagierten Vorlesern: Karo Schreurs und Jörg Drescher gestalteten in der Stolberger Stadtbücherei an der Frankentalstraße ein Literatur-Programm mit dem Titel „Schöne Töne – so oder so“.

Damit das mit den Tönen nicht nur schön, sondern auch rund wurde, hatten sich die beiden Ausführenden aus der Nachbarstadt Eschweiler noch einen Dritten mit ins Boot geholt: den Saxophonisten Helmut Bächle, der mit den warmen, bauchigen Tönen aus seinem Instrument den Worten diverser Autoren eine zusätzliche, sinnliche Ebene verlieh.

Mit Leckerbissen

Schreurs und Drescher, der in seiner Heimat an der Inde ein bekannter Buchhändler ist, hatten für die intime Runde der Zuschauer einige literarische Leckerbissen mitgebracht. Der Mord, den der Beifahrer eines Wiener Krankenwagens beobachtet, die Anekdote „Die Anderen“ aus dem Buch „Raumpatrouille“ des Schauspielers und Kanzlersohnes Mathias Brandt – das alles und noch mehr gaben Schreurs und Brandt mit hör- und sichtbarer Lust am Komödiantischen und Sarkastischen zum Besten.

Großes Können

Denn Texte und Wörter waren, sehr zum Vergnügen von Büchereichef Thomas Meirich und seiner Kollegen sowie der Mitstreiter vom Freundes- und Förderverein der Bibliothek, nur eine Hälfte dessen, was den Abend so reich machte. Zum Erlebnis wurde der Abend vor allem durch das große Können der beiden Sprecher, Texte nicht nur herunter zu lesen, sonden im Sprechen so farbig wie ein Bilderbuch zu gestalten.

Improvisationen

Helmut Bächle hatte zwischen den alternierenden Auftritten der Rezitatoren seinen grpßen Auftritt – mit freien, dabei aber immer tonalen und zugänglichen freien Improvisationen auf seinem Saxophon – Musik, die aus dem Augenblick heraus entstand und die Zuhörer faszinierte.

Auf bekannte Melodien musste der Interpret dabei verzichten. Dies allerdings eigentlich nur, um den Urheberrechts-Wächtern der Organisation Gema ein kostenrelevantes Schnippchen zu schlagen. Bächles Beiträge hinterließen im Übrigen beim begeisterten Publikum den selben Wunsch wie Schreurs und Drescher: die Hoffnung auf ein möglichst baldiges Wiedersehen und -hören.

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