Kommunalwahl Stolberg: Neun Kandidaten (FDP) und eine Einzelbewerberin

Kommunalwahlen in Stolberg : Uli Franke kandidiert wieder für den Ortsverband

Seit Jahren spielt die FDP die entscheidende Rolle in Stolberg – zumindest in der Partnerstadt im Harz. Am Sonntag wird in der Europa- und Thomas-Müntzer-Stadt gewählt.

Nicht nur das Europaparlament, sondern auch der Kreistag, der Gemeinderat und den Ortschaftsrat für die Stadt Stolberg/Harz, die 2010 mit der Zwangseingemeindung in die Einheitsgemeinde Südharz ihre vor 1300 Jahren verliehenen Stadtrechte verlor, werden gewählt. Zumindest dürfen die rund 1400 Stolberger seit 2014 wieder den Titel Stadt führen, auch wenn sie nur einen Ort bilden.

Obwohl die Zeiten der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands längst hinter den Harzern liegen, tritt für die Wahl des zehnköpfigen Ortschaftsrates am Sonntag nur eine Partei an, die FDP, und mit Viola Hebold-Stenzel eine Einzelkandidatin der Bürgerlichen Mitte Südharz. Neun Kandidaten haben die Liberalen aufgestellt. Aus seiner Mitte heraus wählt der Ortschaftsrat den Bürgermeister.

Unter den Kandidaten sind einige Namen, die im rheinischen Stolberg wohl bekannt sind wie Bernd Mewitz und Thomas Schirmer, die gemeinsam mit der früheren stellvertretenden Bürgermeisterin Carla Böttcher zudem für den Gemeinderat, deren Tochter Diana Wiedemann, der amtierende Ortsbürgermeister Frank Siewering – und Uli Franke.

Der mittlerweile 72-jährige Rentner gilt im Rheinland als der Stolberger aus dem Harz. Nach der Wende war der FDP-Politiker der erste Bürgermeister und Verwaltungsleiter – bis zur Zwangseingemeindung; dann war erst einmal Pause.

Uli Franke prägte den Wiederaufbau Stolbergs wie kein Zweiter, machte die kleine Fachwerkstadt zu einer funkelnden touristischen, fortschrittlichen und gut organisierten Perle im Harz und begründete mit dem rheinischen Bürgermeister Wolfgang Hennig die Städtepartnerschaft.

Erste Versuche dazu scheiterten noch 1985 am sozialistischen Regime der DDR. Ein fehlgeleiteter Brief brachte die Sache 1989 erneut ins Rollen. Im März und Mai 1990 wurden die Partnerschaftsurkunden unterschrieben. „Und im Oktober treffen wir uns – diesmal wieder im Harz –  zum 30. Mal gemeinsam, um den Tag der Deutschen Einheit zu begehen“, sagt Hubert Meeßen, früher als hiesiger Hauptamtsleiter Aufbauhelfer bei der Verwaltung im Osten und mit Willi Engels Motor des Partnerschaftskomitees.

Drei Stolberger nicht aus der FDP

„Ohne euch würden wir heute nicht so dastehen“, sagt Uli Franke. „Das werden wir nie vergessen“. Eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Stolberg ist entstanden, das Verhältnis ist besser als zur Einheitsgemeinde Südharz, mit der die Stolberger von Anfang über Kreuz lagen. „Noch ein bisschen bewegen“ möchte Uli Franke in seinem Stolberg. Sein großes Vorbild dabei ist Hans-Dietrich Genscher. „Er hat damals so viel für uns getan“, sagt Franke.

Übrigens kandidieren für den Südharzer Gemeinderat weitere drei Stolberger, die nicht der FDP angehören: Christiane Funkel (Bündnis für den Südharz), Viola Stenzel-Hebold (Bürgerliche Mitte Südharz) und Dr. Clemens Ritter Kempski von Rakoszyn als Einzelbewerber.

(-jül-)
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