Kohlekommission will Ausbau der Stolberger Euregiobahn fördern

Alles, was des Eisenbahners Herz begehrt: Kohleausstieg setzt auf Euregiobahn

Auf 336 Seiten beschreibt der am Samstag vorgelegte Bericht der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ das Szenario des Kohleausstiegs in der Bundesrepublik. Im Rheinischen Revier wird dabei auch auf den Ausbau der Infrastruktur für die Euregiobahnlinie gesetzt.

Eine Reihe von bereits geplanten Projekten und Visionen, die die der Stolberger Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) direkt oder indirekt betreffen, hat Eingang in dieses Strategiepapier gefunden. Was bedeutet das in der Praxis?

„Wir wissen es noch nicht“, gibt Thomas Fürpeil zu. Der Geschäftsführer der EVS bemüht derzeit die vielfältigen Kontakte des Infrastrukturbetreibers zu Parlamentariern, Ministerialkreisen sowie weiteren Insidern in Düsseldorf, Berlin, Brüssel und anderswo. Fürpeil bremst erst einmal vorschnelle Erwartungen. „Das Paket muss erst einmal im Bundestag beschlossen werden.“ Dann dürfte auch klarer werden, was die vom Rheinischen Revier in das Papier eingebrachten Handlungsschwerpunkte zum Ausbau der Infrastruktur in der Region konkret im Detail bedeuten können.

Dass neben diversen touristischen Projekten das Industriedrehkeuz Weisweiler -Inden - Stolberg (im Kapitel Zukunftsfeld Raum und Infrastruktur) und der Euregio-Railport Stolberg (im Zukunftsfeld Raum und Infrastruktur) auftauchen, dürfte absehbar gewesen sein. Um so mehr dürften sich Infrastrukturbetreiber und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland über den zusätzlichen Rückenwind des Kohleausstiegs für den von ihnen angepeilten Ausbau des Schienennetzes freuen.

Um Eupen an dieEuregiobahn anschließen zu können, muss der Finkenbachviadukt an der Schlauser Mühle ertüchtigt werden. Foto: Jürgen Lange

So ist mit dem Vermerk „Sonderfinanzierungsprogramm Verkehr“ der komplette Stolberger Zweig der Vennbahn aufgeführt: Vom Hauptbahnhof über Altstadt und Breinig nach Wahlheim und Eupen. Ebenfalls zu finden ist der Anschluss von Siersdorf nebst Baesweiler an die Euregiobahn, und von Baesweiler die Regio-Tram über Würselen nach Aachen einschließlich neuer Haltepunkte.

Auch die jüngst vom Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn als Braintrain vorgestellte Reaktivierung der Jülicher Kreisbahn als Verbindung zwischen dem Forschungszentrum Jülich via Puffendorf und Baesweiler nach Aachen ist Bestandteil des Abschlussberichtes  wie im Stolberger Umfeld beispielsweise Vollausbau und Elektrifizierung der Bördebahn zwischen Düren und Euskirchen als Querspange und Bypass für die beiden Hauptstrecken Köln - Aachen sowie Köln – Trier einschließlich neuer Haltepunkte, die Elektrifizierung der Eifelstrecken Bonn – Euskirchen – Bad Münstereife sowie Hürth – Kalscheuren – Euskirchen– Kall, die Optimierung des Bahnknotens Aachen und das Maßnahmenbündel zum dritten Gleis zwischen Düren und Aachen. Kurzum, alles was des Eisenbahners Herz begehrt.

Zuletzt hat die EVS vor drei Jahren umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen am Finkenbach-Viadukt vorgenommen. Foto: Jürgen Lange

Sogar die Entwicklung einer touristischen Bahn, welche die vorhandenen Gleisanlagen Regio Bahn/DB nutzt und eine Verbindung von Aachen, Alsdorf nach Eschweiler und Stolberg zu Standorten des Braunkohlereviers führt inklusive der Errichtung eines Lokschuppens am Standort in Alsdorf und die Aufbereitung eines vorhandenen Gleisanschlusses rückt ein Stückchen weiter in Richtung Realisierung  Wie weit, das wird die Zeit zeigen.

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