Interview der Woche: „Können wirklich stolz auf die Anlage sein“

Interview der Woche : „Können wirklich stolz auf die Anlage sein“

Vom Stadion am Glashütter Weiher ist Gerd Schnitzler, Vorsitzender des Stadtsportverbands Stolberg, begeistert – einen kleinen Kritikpunkt gibt es aber doch.

Mit 1,5 Millionen Euro wurden die Leichtathletik-Anlagen im Sportpark Glashütter Weiher auf einen modernen Stand gebracht, der sich sehen lassen kann. Eine erste, kleine Eröffnungsfeier findet am heutigen Samstag statt. Dann wird endlich die Tartanbahn eingeweiht. Was dann allerdings noch fehlt, ist eine neue Tribüne. Gerd Schnitzler, Vorsitzender des Stadtsportverbands Stolberg, spricht im Interview mit Anke Capellmann über die Veränderungen vor Ort, das Sportabzeichen und über das, was in Zukunft noch kommen soll.

Warum war es so wichtig, die Leichtathletik-Anlagen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen?

Gerd Schnitzler: Die alte Aschebahn war eine holprige Angelegenheit. Allein schon, was die Markierungen betrifft. Das hat einfach eine Heidenarbeit gemacht. Jetzt haben wir hier tolle Voraussetzungen – und somit könnte sich das Stadion natürlich auch für überregionale Wettkämpfe anbieten. Wir können wirklich stolz auf die Anlage sein. Etwas Vergleichbares findet man sonst nur noch im Aachener Waldstadion. Außerdem macht es einfach viel mehr Spaß auf solch einer modernen Anlage zu trainieren.

Wer profitiert von der neuen Anlage?

Schnitzler: Im Endeffekt profitieren alle davon. In erster Linie natürlich die Stolberger Turngemeinde und der Stolberger Turnverein, aber auch Bürger, die hier trainieren oder das Sportabzeichen ablegen wollen. Außerdem eignet sich das Stadion hervorragend für Schulklassen, und sicherlich wird auch der FC Stolberg hier das ein oder andere Spiel oder den ein oder anderen Wettkampf austragen. Aber nicht nur für die Stolberger allein lohnt sich der Sportpark, auch über die Stadtgrenzen hinaus ist er sicherlich interessant.

Und wann geht es am Samstag los? Was erwartet die Besucher?

Schnitzler: Um 10 Uhr wird die Tartanbahn mit einer kleinen Feierlichkeit eingeweiht. Danach wird dann das Sportabzeichen abgenommen. Und es sind natürlich alle herzlich eingeladen, die sich die Anlage anschauen oder auch schon die ein oder andere Runde laufen wollen. Eine große Eröffnung ist allerdings erst für das kommende Frühjahr geplant – wenn alles glatt läuft. Da möchte ich aber noch nicht zu viel verraten.

Apropos Sportabzeichen – wie viele Menschen machen überhaupt noch eins? Hat sich das in den vergangenen Jahren verändert?

Schnitzler: Also hier hat sich da eigentlich wenig verändert. Zum Jahresbeginn gibt es immer eine Ehrung im Rathaus für alle, die das Sportabzeichen gemacht haben. Das sind immer um die 60 bis 70 Absolventen. Viele machen es einfach, um sich fit zu halten. Andere, junge Leute zum Beispiel, brauchen so etwas für gewisse berufliche Laufbahnen.

Wie sehen Sie die Anlage im Laufe der Zeit?

Schnitzler: Baulich hat sich eigentlich wenig verändert. Hauptsächlich wurde ja nur alles aufwendig modernisiert. Neben der neuen Tartanbahn gibt es auch einen ganz neuen Rasen mit Drainagen. Was jetzt noch fehlt, ist eine vernünftige Tribüne. Aber keine mit viel Schnickschnack. Es muss etwas Einfaches, Praktikables sein. Eine Tribüne, die die Zuschauer vor Sonne und Regen schützt. Auch die Betonstufen müssen vor Wasser geschützt werden. Schließlich befinden sich unter der Tribüne die Geräteräume für die Leichtathletik. Wie oft wurden schon Betonsanierungen vorgenommen. Aber gebracht hat das alles nichts.

Wie sehen Sie Stolberg – als Sportstadt?

Schnitzler: Ja, ich denke wir haben uns in den vergangenen Jahren gut in diese Richtung entwickelt. Seitens der Politik und der Verwaltung gibt es allerhöchste Unterstützung was sportliche Angelegenheiten betrifft. Seit fünf Jahren mache ich nun den Job beim Stadtsportverband. Und ich finde, die Zusammenarbeit hat sich immer mehr verbessert. Der eine hilft dem anderen und umgekehrt.

Das scheint ja alles schon ganz gut zu laufen. Wo gibt es denn noch Defizite?

Schnitzler: Also im Großen und Ganzen sind wir eigentlich mit allem zufrieden. Aber es gibt ja immer mal wieder Kleinigkeiten, die besser laufen könnten. Mein persönliches Steckenpferd: Die Öffnungszeiten der Schwimmhalle. Für die Öffentlichkeit hat die nämlich nur morgens von 6 bis 8 Uhr geöffnet. Danach ist sie nur noch für Schulklassen zugänglich – bis 13 Uhr. Das sehe ich als Unding. Da muss viel mehr an den Bürger gedacht werden. Man könnte die Bahnen ja auch nur teilweise für die Öffentlichkeit schließen – so dass in einem Teil der Schwimmhalle
die Schulklassen unterrichtet werden können, und im anderen Teil die Bürger ihre Bahnen ziehen können.

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