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Kita-Portal Kivan: Optimierungsbedarf in Stolberg ist vorhanden

Kita-Portal Kivan : „Optimierungsbedarf“ in Stolberg ist vorhanden

Seit dieser Woche ist das Portal Kivan am Start. Darüber können Eltern ihren Nachwuchs nun online in der Kita anmelden. Einfach in der Anwendung soll die Internetseite sein – zumindest sagt das die Stolberger Verwaltung. Tatjana Usejnovski hat das Portal mit uns getestet.

Sie will ihren Sohn Noah für das kommende Kita-Jahr anmelden. Ihr Fazit: Es gibt noch Verbesserungsbedarf. Was noch optimiert werden könnte und welche Fragen offen bleiben? Dazu später mehr.

„Ich bin doppelt gespannt. In erster Linie als Mutter, auf der anderen Seite auch als Erzieherin“, sagt Usejnovski. Bereits Mitte Oktober erhielt die Mutter des kleinen Noah einen Brief von der Verwaltung, dass Eltern, die ihr Kind zum kommenden Kita-Jahr anmelden möchten, dies online tun müssen. Aufgeführt ist in diesem Schreiben auch, wo man Hilfe erhält. „Die Vorbereitung ist wirklich gut. In dem Brief ist alles gut erklärt und ich finde es super, dass man auch direkt Ansprechpartner hat, falls man Hilfe braucht“, sagt Usejnovski. Bereits im Vorfeld hatte sich Tatjana Usejnovski mit den Einrichtungen auseinandergesetzt und Noah in vier Kitas angemeldet: in den Einrichtungen in Schevenhütte und Gressenich sowie in der städtischen und in der katholischen Einrichtung in Mausbach. Eine Online-Anmeldung ist dennoch ein Muss.

Usejnovski möchte ihren Nachwuchs direkt am ersten Anmeldetag online registrieren. Bereits am Vormittag erhielt sie von einer Freundin eine Nachricht. „Sie hat mir gesagt, dass alles super funktioniert hat“, erklärt sie und fügt hinzu: „Das hoffe ich auch. Ich bin nämlich kein großer Computerfachmann.“

Im ersten Schritt muss Usejnovski sich registieren. Für die Anmeldung muss eine E-Mail-Adresse hinterlegt und ein Passwort gespeichert werden. Letzteres muss aus mindestens acht Zeichen bestehen. „Das finde ich ein bisschen übertrieben“, sagt sie. Dann geht alles ganz schnell. Per Mail erhält sie einen Link, den sie bestätigen muss, dann ist die Registrierung abgeschlossen.

Zunächst schaut Usejnovski sich die Einrichtungen an. Für sie spielt die menschliche Ebene eine wichtige Rolle. „Wenn ich mein Kind in der Kita abgebe, möchte ich mit einem guten Gewissen zur Arbeit gehen können“, sagt sie. Für sie wäre es keine Option, sich die Einrichtungen vor der Anmeldung nicht anzuschauen. Gemeinsam mit Noah war sie dort zu Besuch. Was ihr beim Durchschauen gut gefällt? Die Suchfilter. In diesen können Eltern bestimmte Kriterien – Ortsteile, Träger, Konzepte oder auch, ob sie eine Betreuung für Kinder unter oder über drei Jahren benötigen – angeben. „Das ist toll gemacht. Vor allem für Eltern, die sich noch keine Einrichtungen angesehen haben oder für neu Hinzugezogene.“

Bilder sowie Informationen zum Träger, den Öffnungszeiten und eine kurze Beschreibung sind zu jeder Kita vorhanden. Dafür sind die Einrichtungen selbst verantwortlich. Das hat allerdings zur Folge, dass die Informationen nicht einheitlich sind. Usejnovski findet das schade. Angaben zur Größe einer Einrichtung und darüber, welche Räume vorhanden sind, seien für viele Eltern ausschlaggebend. Einige Einrichtungen führen ihre Schließzeiten auf, andere nicht. Auch Bilder vom Inneren der Kitas wären schön gewesen, meint die Erzieherin. „Es wäre schön, wenn es Eckpunkte geben würde, die alle Einrichtungen aufführen. Dann entsteht auch kein unbewusster Konkurrenzkampf.“

Reihenfolge gleich Priorisierung?

Informationen hat Usejnovski genug gesammelt. Nun will sie die Anmeldung fertig machen. Dafür muss sie allerdings erneut E-Mail-Adresse und Passwort eingeben und den Suchfilter neu einstellen. Die Kitas kann sie nun nacheinander hinzufügen. Jedes Mal erscheint ein grünes Häkchen auf dem Display. Eine Frage bleibt für sie offen: Geht mit der Reihenfolge der Einrichtungen gleichzeitig eine Priorisierung einher? „Das ist für mich nicht ersichtlich“, sagt sie. Eine weitere Frage, die sich Tatjana Usejnovski stellt: Sie hat ihren Sohn vorab in vier Einrichtungen angemeldet, konnte online nur drei Kitas angeben. „Erfährt die vierte Kita automatisch, dass sie nicht mehr im Rennen ist?“

Der nächste Schritt: Sie muss die Daten ihres Sohnes eingeben. Dabei muss Usejnovski auf die richtige Schreibweise achten, damit die Daten mit dem Einwohnermelderegister verglichen werden können. Neben den Pflichtfeldern zu den persönlichen Angaben wie Namen und Adresse sowie dem Aufnahmedatum, gibt es auch einige Felder, die nicht ausgefüllt werden müssen. Darunter das Betreuungsende oder die Betreuungsart. Bei Letzterem können Eltern zwischen einer Blockbetreuung oder einer geteilten Betreuung – bei der die Kinder beispielsweise über Mittag nach Hause können und dann wieder in die Einrichtung kommen – auswählen. Erklärt werden die Betreuungsarten nicht. Bei Usejnovski kommt das nicht so gut an. „Wenn man nicht weiß, was das bedeutet, ist das nicht so gut. Man muss das Feld zwar nicht ausfüllen, will aber natürlich auch alles richtig machen“, sagt sie.

Nachdem Usejnovski auch die Daten der Eltern eingegeben hat, fasst das System noch einmal alles zusammen. Eine letzter Hinweis vor dem Abschicken, der direkt unter den Datenschutzrichtlinien steht: Mit der Anmeldung hat man keinen automatischen Anspruch auf einen Betreuungsvertrag. Dafür ist das persönliche Gespräch in der Einrichtung nötig. „Ich glaube, dass es viele gibt, die zum Schluss einfach nur noch Häkchen machen. Das ist aber eine wichtige Info, die lieber schon auf die Startseite sollte“, meint Usejnovski.

Dann schickt die Erzieherin die Daten ab und erhält eine Mail, in der sie mitgeteilt bekommt, dass sie den Status ihrer Bedarfsmeldung regelmäßig überprüfen soll. Gibt es von allen Einrichtungen Absagen, muss sie Noah in weiteren Kitas anmelden. „Es gibt aber keine Information, wie an mich herangetreten wird. Heißt das, dass ich regelmäßig ins Portal reinschauen muss und was heißt regelmäßig?“, fragt Tatjana Usejnovski.

Und wie fällt ihr Fazit aus? Usejnovski meint, dass das Portal gut gegliedert ist und die Anmeldung zügig voran ging. Dass man nur drei Einrichtungen auswählen darf, ist ihrer Meinung nach zu wenig. Auch einheitliche Informationen über die Kitas und mehr Bilder hätte sie sich gewünscht. „Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht und ob und wie die Platzzusage erfolgt.“ Bisher gab es von Seiten der Verwaltung keine neuen Infos für sie.