Stolberg: „Kids on bike“: AG des Goethe-Gymnasiums macht Schüler fahrrad-fit

Stolberg: „Kids on bike“: AG des Goethe-Gymnasiums macht Schüler fahrrad-fit

„Wissen Sie, was die Gorilla-Position ist und welche fünf Dinge zum Fahrradcheck gehören?“ Um diese Fragen zu beantworten, waren für die Schüler der Rad-AG des Goethe-Gymnasiums kein Problem, denn sie nehmen seit August vergangenen Jahres im Rahmen der Ganztagsschule an dem Projekt „Rad macht Schule — Kids on bike“ der Jahrgangsstufen fünf und sechs teil und das unter professioneller Leitung.

Mit dem ehemaligen Radprofi Holger Sievers, dem die Schulleitung den sportbegeisterten Albrecht Birkelbach, Lehrer für Biologie, Philosophie und katholische Religion, als „Verbindungslehrer“ zur Seite gestellt hat, unternehmen die jungen Leute Radtouren in die unmittelbare Umgebung wie Gedautal und Rüst. Bei Regenwetter lernen die Kinder in der Werkstatt die unterschiedlichen Teile am Rad kennen und wie man Defekte — wie zum Beispiel einen Platten, einen Kettenriss oder einen Speichenbruch — behebt. Daneben planen sie digitale Routen durch Navigationsprogramme oder putzen ihr Gefährt.

Tendenziell haben die Kinder und Jugendliche heutzutage zu wenig Bewegung. Sie arbeiten und spielen am Computer und benutzen für die Wege zu diversen Veranstaltungen das Elterntaxi. Das war für die Schule Grund genug, sich bei der AOK im Rahmen des Programms „Fit durch die Schule“ zu bewerben. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die Krankenkasse unterstützte das Projekt finanziell und bezahlt den AG-Leiter für zwei Jahre.

Aber auch dem Engagement der ausgebildeten Sporthelfer ist es zu verdanken, dass sie den bei einem Wettbewerb erwirtschafteten Gewinn der AG zur Verfügung stellen, so dass insgesamt vier neue schuleigene Mountainbikes angeschafft werden konnten. Diese wurden jetzt Mats Dovern, Clara Kinkel, Dana Hovelmann und Nathaniel Bautz im PZ überreicht. Sie können nicht mit dem Rad zur Schule kommen oder sind aus anderen Gründen auf ein Leihrad angewiesen.

Neben dem wöchentlichen AG-Nachmittag hat die Gruppe am MHA-Triathlon in Brand teilgenommen. Erst schwimmen, dann radeln und laufen waren angesagt. Und vom Goethe-Gymnasium traten 13 Staffeln à drei Kinder und Einzelstarter an. Im Rahmen der Projektwoche vor den Sommerferien freuen sich die Schüler noch auf eine mehrtägige Fahrradtour mit Übernachtung auf einem Campingplatz in der Eifel und sprechen jetzt schon stolz von ihrem „Hammerprojekt“, womit der kleine Ort am malerischen Ufer der Rur und am Fuße des Nationalparks gemeint ist.

Sport hilft beim Stressabbauen

„Seine Freizeit durch sportliche Betätigung zu gestalten stärkt das Körperbewusstsein, hilft motorische Defizite sowie Stress und Energieüberschuss abzubauen und trägt zur Ausgeglichenheit bei“, so Schulleiter Bernd Decker, der täglich mit dem Fahrrad von Oberforstbach zur Arbeit nach Stolberg radelt. „Die Gruppenerfahrung der Teilnehmer fördert zusätzlich soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein und hilft gleichzeitig die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl zu entwickeln“, ergänzt Hauke Randhahn, Lehrer für Mathe und Sport, der zu den Lehrern gehört, die an der Fortbildung zum Thema Rad teilnehmen.

Das Rad vermehrt als Verkehrsmittel zu nutzen, auch für den Schulweg, hilft langfristig den CO2-Ausstoß zu reduzieren, und dies gefällt auch Georg Trocha, Klimaschutzmanager der Stadt Stolberg, der dabei ist, ein Mobilitätskonzept zu erstellen.

Übrigens, bei der „Gorilla-Position“ darf man nicht mit rundem Rücken bergab fahren, sondern sollte einem Gorilla gleich die Arme auf den Lenker stützen. Vor jedem Reisebeginn gehört der Fahrrad-Check: Die Überprüfung der Bremsen, der Luft im Reifen, das Funktionieren der Ketten und Schaltung, die Ausrichtung des Lenkers und Sattels und die Festigkeit der Schrauben.

(mlo)
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