Karlsfest der Veytaler Ritterschaft in der Stolberger Altstadt

Mittelalter zum Anfassen : Karlsfest der Veytaler Ritterschaft in der Stolberger Altstadt

Da staunten die Stolberger nicht schlecht, als jetzt ein Rittertross durch die Straßen der Altstadt zog. Veytaler Rittersleute, mittelalterlich gewandete Frauen und Männer zogen vom Burghof aus feierlich durch die engen Gassen und Straßen bis vor das Rathaus.

Auf einer Sänfte trugen die Ritter eine goldene Skulptur von Karl dem großen, dem Aachener Stadtpatron. „Nicht nur in Aachen, sondern auch hier in Stolberg wollen wir seinem Todestag gedenken“, erklärte Norbert von Thule.

Tatsächlich hätte Kaiser Karl seine Freude daran, hätte er das mittelalterliche Treiben miterlebt, das ihm zu Ehren am Sonntag veranstaltet wurde. Das Karlsfest wird anlässlich des Todestages Karls des Großen am 28. Januar 814 jedes Jahr an dem Sonntag im Januar veranstaltet, der dem Todestag Karls am nächsten liegt.

„Wir feiern heute ein Fest wie es Karl gefallen hätte, mit Kampf und Tanz zu Ehren von Karl dem Großen, der eine Brücke zwischen den Völkern geschlagen hat“, betonte Norbert von Thule von der Veytaler Ritterschaft. In seiner Ansprache zum „Volk von Stolberg“ zum 1205. Todestag Karls würdigte er den großen Europäer. Die Premiere war von ungemütlichem Nieselregen und aufgrund mangelnder Bekanntheit wenig Publikum begleitet.

Wir denken, dass sich das Fest in den nächsten zehn Jahren entwickeln kann“, betonte Thule. Auf dem Kaiserplatz gab es für die Zuschauer mittelalterliche Tänze und Schwertkämpfe aus nächster Nähe zu erleben. Zurück auf der Burg stärkten sich die Rittersleute mit Met und Karlsbrot. Dieses Brot wird mit Zutaten aus Karls Kräutergarten nach der Landgüterverordnung Kaiser Karls des Großen „Capitulare de villis vel cortis imperialibus" und mit Wurst belegt.

Zu sehen waren Nachbildungen von Karls Schwert „Joyeuse“, der „Heiligen Lanze“ und der Seite mit dem Evangelisten Johannes aus dem Krönungsevangeliar, auf die der Kaiser bei der Amtseinführung die Hand zum Schwur gelegt hatte. „Wir bieten heute Mittelalter zum Anfassen“, betonte Thule, der seine Veytaler Ritterschaft als eigentliche Väter des Karlsfestes ansieht. Seit 2004 haben sie – damals noch als Ritter der Eyneburg - das Karlsfest an der ehemaligen Kaiserpfalz, dem Aachener Rathaus, gefeiert.

„Mittlerweile sind wir in Stolberg beheimatet und wollen die Tradition hier neu begründen und damit fortführen. Einer Legende nach könnte Stolberg seinen Ursprung in einem Jagdschloss Kaiser Karls gehabt haben“, erklärte Thule, warum man das Andenken an den Vater Europas gemeinsam mit den Stolberger Bürgern würdigen möchte. Mit einem bunten, mittelalterlichen Treiben auf der Burg klang der Nachmittag aus.

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