Stolberg: Karl Fred Dahmen: Die Karriere eines Stolberger Künstlers

Stolberg: Karl Fred Dahmen: Die Karriere eines Stolberger Künstlers

Karl Fred Dahmen (1917-1981) war Maler und Kunstprofessor an der Münchner Kunstakademie. Er ist in Stolberg geboren und in Preinersdorf am Chiemsee gestorben. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in Aachen von 1931 bis zu ihrem Verbot und Schließung 1933.

Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker und arbeitete bis zum Einzug in den Militärdienst 1938 als freischaffender Maler und Grafiker. 1945 wird Dahmen aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und besteht die Aufnahmeprüfung an der Düsseldorfer Kunstakademie, die er allerdings nach kurzer Zeit wieder verlässt. Von nun an bis 1963 arbeitet er als freischaffender Künstler und gilt als Mitbegründer der „Neuen Aachener Gruppe“.

Um sich mit den aktuellen künstlerischen Strömungen in Paris auseinanderzusetzen, reist er 1948 nach Paris, um Kontakte zu Künstlern der „École de Paris“ zu knüpfen. Für einen besseren kulturellen Austausch organisiert er mit den Vertretern der École de Paris 1953 die ersten deutsch-französischen Ausstellungen in Aachen, Köln und Düsseldorf. 1957 tritt er dem Deutschen Künstlerbund bei und nimmt bis 1972 an deren Ausstellungen in Berlin teil. Dahmen gehört dort zur Gruppe der „Deutschen Tachisten“.

Die Heimat verlassen

1958 erhält Dahmen die Goldmedaille des ersten internationalen Kunstpreises für abstrakte Kunst der Schweiz in Lausanne. Ab Mitte der 60er Jahre entstehen zunehmend Montagebilder, aus denen seine ersten dreidimensionalen Objektkästen hinter Glas entstehen. Für eine Professorenstelle an der Akademie der Bildenden Künste in München verlässt er 1967 seine Heimat Stolberg und zieht in den Chiemgau. Durch die räumliche Veränderung kommt es zu einer Neuorientierung. Es entstehen die sogenannten Polsterbilder, Tele-Landschaften und Galgenbilder. Dahmen verbringt die letzten Jahre seines Lebens im Chiemgau und ist auf dem Bergfriedhof Stolberg begraben. Als Maler und Objektkünstler zählt Dahmen zu einem der frühesten und bedeutendsten Vertreter des Informel und gilt als wichtiger Künstler der deutschen Nachkriegszeit. Der künstlerische Nachlass wird von seinen Enkelkindern Ina und Max Dahmen verwaltet.

Aus Stolberger Sicht sind folgende Ereignisse besonders bemerkenswert: 1946 beteiligt bei der Ausstellung Aachener Künstler im Suermondt-Museum Aachen; 1947 Gemeinschaftsausstellung im Goethe-Gymnasium in Stolberg mit Werken von Dahmen; im Juni 1948 erste Einzelausstellung im Suermondt-Museum Aachen, ferner im Juni und August 1950; ab 1948 Auftragsarbeiten im Bereich Landschaften und Porträt sowie Monumentalwerbung für das Stolberger Kino; 1949 Kollektivausstellung Dahmen und Willi Kohl (Aachen) im Suermondt-Museum; 1951 Gründungsmitglied der Künstlervereinigung „Gression“.