Ökumenische Arbeitskreis sucht Antworten: Kann man leben mit den Hiobsbotschaften?

Ökumenische Arbeitskreis sucht Antworten : Kann man leben mit den Hiobsbotschaften?

„Schicksalsschläge, Schreckensnachrichten, Hiobsbotschaften - Wie lebe ich damit?“ war der Titel eines ersten Gesprächsabends des ökumenischen Arbeitskreises unter Leitung von Pfarrer Jens Wegmann.

Dabei bezogen sich die Teilnehmer auf das Buch Hiob aus dem Alten Testament, das zur Gattung der Weisheitsliteratur zählt.

Hiob ist ein wohlhabender Mann, dessen Reichtum Zeichen des Segens Gottes ist. Schlag auf Schlag trifft ihn Unheil, weil Gott seine Frömmigkeit durch den Satan prüfen lässt.

Doch Hiob hält Stand. Negatives trifft nicht nur arme, geschlagene, unglückliche, überhebliche und gottlose Menschen, sondern auch fromme und gerechte.

Was ist der Grund?

Die Frage nach dem Grund und Sinn des unverschuldeten Leidens ist auch in unseren Tagen ein Menschheitsproblem. Nicht nur im Buch Hiob wurde diskutiert, auch in kleinen Gruppen im ökumenischen Gemeindezentrum wurde das Thema zunächst thematisiert, wobei es jeweils unterschiedliche Meinungen gab.

Da war von Ohnmacht, Wut und Glaubenszweifeln die Rede. „Wie kann Gott so viel Böses zulassen?“ Aber auch von Lernen und einer Erziehungsmaßnahme, ein Reifwerden durch Leiden.

Immer wieder gab es neue Ansätze, um eine Antwort zu finden, wie Gott den Menschen gerecht werden könnte.

Das Buch Hiob gibt eine biblische Antwort, die nicht in einem vorformulierten Glaubenssatz besteht. Hiob, der sich unschuldig weiß und nicht bereit ist, Schuld zuzugeben für etwas, das er nicht begangen hat, gibt sich selbst nicht auf, und er gibt Gott nicht auf.

Er klagt an

Er hadert zwar, er klagt an, er fragt nach der Gerechtigkeit und fordert Gott heraus. Als Antwort auf Hiobs Herausforderungen spricht dann Gott am Ende selbst.

Der Mensch ist in der Schöpfung Gottes nur ein kleines Element und daher zu gering, um alles verstehen zu können. Am Ende findet Hiob Ruhe in Gott, weil dieser sich ihm zuwendet und sich als treuer Freund offenbart.

Hiob wird für seine Standhaftigkeit auch im Leiden belohnt und erhält schließlich das Doppelte zurück.

Die Reihe wird am 31. Januar 2019 unter dem Thema „Auferstehung“ fortgesetzt. (mlo)

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