Stolberg/Aachen: Kameras fangen Musiker für ihre Fanschar ein

Stolberg/Aachen: Kameras fangen Musiker für ihre Fanschar ein

„Nur die besten Songs aus den 60ern lassen sich in die Gegenwart transponieren. Das gibt nicht jedes Stück her.” So begrüßte Peter Sonntag am zweiten Tag des DVD-Drehs sein Publikum und startete mit einem Klassiker der Beatles.

Das Stolberger Quartett, bestehend aus Reno Schnell (Gitarre), Markus Plum (Trompete, Keybord und Posaune), Peter Sonntag (Bass) und seinem Sohn Max Sonntag (Schlagzeug), empfing an zwei Tagen sein Publikum im Aachener Jakobshof. Als Gastmusiker gesellten sich Rick Takvorian (Gesang) und Uwe Böttcher (Violine) dazu.

Was 2010 so erfolgreich gewesen war, soll nun wiederholt werden: Während der monatlichen Konzertreihe „High Voltage Modern Jazz Rock” sammelten sich viele neue Stücke an, die nun auf DVD gebannt werden. Eine sehr aufwändige Angelegenheit - fünf Kameras nehmen etwa 60 Stücke auf, und nur 15 davon werden später verwendet. Dabei haben die Musiker das Privileg, über die „totale” Kontrolle zu verfügen. Gemeinsam wird überlegt, welche Songs es auf die DVD schaffen. „Dabei ist die Schwierigkeit, dass man einen roten Faden finden muss, der das erste Stück mit dem letzten verbindet. Es soll eine einheitliche Kompostion entstehen”, erzählt Peter Sonntag. Die Veröffentlichung ist im nächsten Halbjahr geplant.

Unterschiedliches Programm, unterschiedliches Publikum - an beiden Abenden wurde eine andere Atmosphäre geschaffen und eingefangen, um möglichst viel Material zu erhalten. Der Ausnahmemusiker aus der Kupferstadt beschreibt es so: „Man muss sich die Stimmung zusammen mit den Zuschauern erarbeiten. Erst dann entwickelt sich ein besonderer Rahmen, in dem man improvisieren und neu erfinden kann.”

Da Improvisation einen großen Teil der Jazzmusik ausmacht, ist sie ein wichtiger Teil des Konzerts, wodurch immer Raum geschaffen wird für neue Ideen. Alle Musiker haben eine klassische Musikausbildung absolviert. So studierte der in Stolberg geborene Peter Sonntag klassischen Kontrabass an der Musikhochschule Köln.

Wenn alles klappt, ist die Truppe 2012 zum zweiten Mal in China und Japan unterwegs. Große oder kleine Bühnen - für die vier Musiker haben beide Varianten ihren besonderen Reiz. „Vor einem kleinem Publikum zu spielen ist interessant, weil man auch bis auf den letzten Mann mitbekommt, welche Reaktionen man auslöst. Große Massen nimmt man eher als Einheit wahr”, erklärt Peter Sonntag.

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