Jugend-, Ordnungsamt und Polizei zeigen an närrischen Tagen Präsenz

Der Jugendschutz nicht außer Acht lassen : Feiern ist auch ohne Alkohol möglich

Aufklärung statt Verbote, sensibilisieren anstatt den Zeigefinger erheben: Dieses Ziel haben sich Jugendamt, Polizei und Ordnungsamt für die kommenden Tage gesetzt. Wenn das närrische Treiben seinen Höhepunkt erreicht und im gesamten Stadtgebiet kräftig gefeiert wird, darf eine Sache nicht außer Acht gelassen werden: der Jugendschutz.

Aus diesem Grund setzen das Jugend- und Ordnungsamt der Stadt Stolberg sowie die Polizei auch in diesem Jahr wieder auf drei verschiedene Bausteine.

Allen voran die Sensibilisierung von Gewerbetreibenden und Gastronomen. Bereits vor den jecken Tagen werden etliche Verkaufsstellen im gesamten Stadtgebiet angefahren, um zu sensibilisieren, aber auch, um den persönlichen Kontakt aufrecht zu erhalten, sagt Jugendpfleger Michael Bosseler.

Und nich nur das. „Wenn uniformierte Leute mitgehen, hat das eine Signalwirkung“, sagt Polizei-Dienststellenleiter Harald Müller. Sein Kollege Reiner Schmidt hat die Erfahrung gemacht, dass sich seit seinem Amtsantritt in Stolberg vor zwölf Jahren bereits eine Menge geändert hat. „Damals ist man auf dem Kaiserplatz über 1000 Fläschchen gestolpert. Das hat sich ins Positive gewandelt.“ Ähnliche Erfahrungen hat auch das Stolberger Ordnungsamt gemacht. Vor allem im Stadtkern sei es in den vergangenen Jahren ruhiger geworden.

Ein weiterer Baustein ist die Karnevalsparty am Fettdonnerstag, 28. Februar, im Jugendzentrum Westside. Los geht´s an diesem Tag um 11.11 Uhr. Der Eintritt ist – dank dem Sponsor Sparkasse – frei. Die Veranstaltung richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren. Erwartet werden rund 150 Schüler der Jahrgangsstufen acht, neun und zehn. Moderiert wird die Feier, die unter dem Motto „Partymachen statt absaufen“ steht, von Dominique Lopes-Pedro (Mobile Jugendarbeit) und Markus Stork (Schulsozialarbeiter an der Kupferstädter Gesamtschule). Bereits vorab hatte man die Jugendlichen gefragt, welche Musik sie hören möchten. Schließlich sollen sich alle Besucher angesprochen fühlen. Alkohol wird es natürlich nicht geben. Eine Abrodnung des Deutschen Roten Kreuzes und Security werden auch vor Ort sein.

Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger: Nicht nur Jugendliche sollen aufgeklärt werden, sondern auch Verkaufsstellen sollen vor den Karnevalstagen für den Jugendschutz sensibilisiert werden (Symbolbild). Foto: dpa/Martin Gerten

Doch nicht nur im Westside geht´s an Weiberfastnacht um die Jugendarbeit. Darüber hinaus sind auch Anne Barry und ihre Kollegen von der mobilen Jugendarbeit in Stolbegr unterwegs. Die Nachfrage bei den weiterführenden Schulen in ergab, dass die meisten Einrichtungen ihre Schüler an Weiberfastnacht gegen 11.11 Uhr nach Hause schicken. Die Mitarbeiter der mobilen Jugendarbeit  machen sich dann auf die Suche nach jungen Erwachsenen und statten sie mit Infomaterial aus.

Unter anderem haben sie das Jugendschutzgesetz in verschiedenen Sprachen dabei. Das besagt übrigens, dass Bier, Wein und Sekt erst ab 16 Jahren und Alkopops und Schnaps erst ab 18 Jahren konsumiert werden dürfen. Im Gepäck haben sie zudem die sogenannte Rauschbrille, mit der die Jugendlichen Spiele absolvieren können und so ihre Umwelt mit bis zu 1,5 Promille wahrnehmenn.

Wichtig sei, dass man mit dem Thema sensibel umgehe und den Alkohol beispielsweise nicht grundsätzliche tabuisiere. Barry und ihre Kollegen haben in der Vergangenheit allerdings die Erfahrung gemacht, dass sich immer weniger Jugendliche an den Karnevalstagen in Stolberg aufhalten, sondern eher im banchbarten Eschweiler oder in Aachen feiern. Doch egal, wo es die jungen Erwachsenen an den närrischen Tagen auch hinziehe, Achtsamkeit sei geboten. Schließlich gehe das Thema Jugenschutz alle Menschen etwas an, sagt Dominique Lopes-Pedro – und das nicht nur an Karneval.