Stolberg: Japanische Begegnung in der Burggalerie

Stolberg: Japanische Begegnung in der Burggalerie

In der ersten Ausstellung in diesem Jahr präsentiert „Artibus”, die Ausstellungsreihe in der Burggalerie Stolberg, von Sonntag, 22. März, bis zum 10. Mai die japanischen Künstler Masaki Nakao und Masaki Yukawa unter dem Ausstellungstitel „Spur des Raumes”.

Masaki Nakao, geboren 1959 in Nagoya, studierte Bildhauerei von 1979 bis 1985 an der Nihon-Universität in Tokio sowie von 1989 bis 1996 an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Zuletzt war er Meisterschüler bei Prof. Christian Megert. Masaki Nakao hat an über 50 Ausstellungen vor allem in Deutschland und Japan teilgenommen; seine Arbeiten finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen im In- und Ausland.

Masaki Yukawa, geboren 1966 in Wakayama, studierte von 1985 bis 1989 an der pädagogischen Fakultät der Universität Wakayama und anschließend bis 1991 das Fach Kunsterziehung an der Pädagogischen Hochschule Osaka.

Von 1991 bis 1996 absolvierte er zudem an der Kunstakademie Düsseldorf das Studium der Malerei und war 1995 Meisterschüler von Prof. Jan Dibberts. Er nahm an bedeutenden, internationalen Ausstellungen teil.

Künstler leben in NRW

Beide Künstler leben und arbeiten seit vielen Jahren in Nordrhein-Westfalen, und doch sind sie sich bislang in einer Doppelausstellung weder dort noch anderswo begegnet.

Umso anspruchsvoller ist für sie die für die Burggalerie gemeinsam konzipierte Ausstellung „Spur des Raumes”. Masaki Nakao hat Skulpturen zusammengestellt, die seine künstlerische Entwicklung in den letzten Jahren verdeutlichen, Masaki Yukawa hat seine Bilder speziell für die Stolberger Ausstellung entwickelt, sie werden in der Burggalerie erstmalig von ihm präsentiert.

Masaki Nakao ist ein Künstler, der in zwei völlig unterschiedlichen Kunstwelten ausgebildet wurde und sich darin auch heute bewegt - in der europäischen und in der japanischen.

Und wie viele seiner in Asien geborenen und in Deutschland lebenden Künstlerkollegen verleugnet er seine kulturelle Herkunft nicht, er versucht sie aber auch nicht besonders hervorzuheben.

Sein Material ist heute Kunststoff, genauer gesagt Polyester. Seine Kunst beschäftigt sich mit Gegenständen, die sofort und eindeutig identifizierbar sind wie zum Beispiel Tische, Behältnisse oder Buchstaben-Kombinationen.

Nichts bedarf hier der Deutung oder der hintergründigen Erklärung. Durchsichtig, leichtgewichtig und leicht durchschaubar sind die vom ihm geformten Gegenstände. Material und Form stehen im Mittelpunkt des künstlerischen Anspruchs. Der Betrachter sieht sofort die Nähe zu japanisch inspirierter Formgebung, und doch ist uns nichts daran fremd. Im Gegenteil: Die Ästhetik der Gegenstände spricht unmittelbar an, nach Vollendung strebende Formen sind zu erkennen. Vielleicht ist es letztlich die Ruhe und Harmonie, die die von Nakao gestalteten Plastiken ausstrahlen und die sie so „anziehend” machen.

Auch Masaki Yukawa, bewegt sich wie Nakao als Künstler in zwei Welten. Er hat in Japan und dann in Deutschland studiert. Er lebt in Deutschland, hat aber den kulturellen Kontakt zur japanischen Heimat nicht verloren.

Abstrakte Figuren

Gekennzeichnet sind seine Bilder durch abstrakte Figuren in Kreis- oder Elipsenformen, die durch einen imaginären Raum schweben. Sie werden überlagert oder unterfüttert von ebensolchen Figuren verschiedener Größen und Farben. Dargestellt wird ein Kosmos, dessen Herkunft nicht verlässlich erklärt werden kann. Ist es der Kosmos der Sterne, den sich Yukawa zum Vorbild genommen hat? Oder sind es Mikroorganismen, die einander umkreisen? Man hat den Eindruck, alle diese Formkörper folgten einer ihnen vorgegebenen Bahn und könnten daher nicht miteinander kollidieren. Tief gestaffelt bewegen sich seine Scheiben im Raum. Und das ganze vermittelt eine Atmosphäre von Leichtigkeit, von schwebender Bewegung, wie sie bei europäischen Künstlern selten empfinden. Yukawa hinterlässt Spuren im Raum, er hinterlässt bleibende Eindrücke beim Betrachter.