Stolberg: Integriertes Handlungskonzept soll Menschen Perspektiven geben

Stolberg : Integriertes Handlungskonzept soll Menschen Perspektiven geben

Natürlich kann auch ein Integriertes Handlungskonzept in Unter-, Oberstolberg und Münsterbusch nicht alle Sorgen und Probleme lösen. Das ist auch Tim Grüttemeier, Robert Voigtsberger und Tobias Röhm bewusst. „Aber alle Menschen in den Quartieren sind eingeladen mitzumachen“, sagt Voigtsberger. Es gehe sicherlich auch darum, die sozialen Kennzahlen zu verbessern, so der Erste Beigeordnete.

Vor allem aber ist es das Ziel, „den Menschen wieder Perspektiven zu geben“, betont der Sozialdezernent bei der Vorstellung des 235 Seiten starken Maßnahmenkatalogs, über den der Stadtrat am 11. September befindet, so dass die Verwaltung den offiziellen Förderantrag ans Land schicken kann.

Das hat bereits im Juni die grundsätzliche Förderfähigkeit aus dem Programm „Soziale Stadt“ bescheinigt. Nun geht es um die Rahmenförderung mit einem Volumen von knapp 22 Millionen Euro, die dann schrittweise jährlich mit Einzelprojekten abgerufen werden kann. „Wie beim Entwicklungskonzept Talachse“, erklärt der Technische Beigeordte. „2018 endet dafür der letzte Step, abgearbeitet werden darf das Programm bis 2022“, so Röhm. Dieses bereits bei Beginn absehbare Ende hat Stolberg frühzeitig genutzt, sich für ein Nachfolgeprogramm zu qualifizieren. „Seit drei Jahren arbeiten wir auf die Soziale Stadt hin“, betont Tim Grüttemeier, dass mit Umbaumaßnahmen alleine die strukturellen Probleme Stolbergs nicht bewältigt werden können.

Deshalb greifen in dem neuen Programm soziale und bauliche Maßnahmen ineinander. „Es ist eine Querschnittsaufgabe durch alle Ämter“, sagt der Verwaltungschef und dankt Bezirks- wie Landesregierung für die gute Zusammenarbeit in der Qualifizierungsphase. Im ersten Schritt (2019-23) werden zudem Projekte der Talachse fortgesetzt. Die zweite Phase wird aus Sicht Grüttemeiers mindestens das gleiche Volumen erreichen.

Ziel sind vor allem die Menschen, verdeutlicht Voigstberger: „Wenn wir 300 Arbeitslose in dem Gebiet in Arbeit erreichen, ist das schon eine Nummer — mit zweistelligen Prozentzahlen“. Ziel sei es, 33 Prozent der Menschen in den Quartieren in sozialversichungspflichtige Beschäftigung zu bringen. „Das ist dann eine spürbare Verbesserung für die Menschen und ihre Lebensgemeinschaften“, sagt der Sozialdezernent zur Intention. Hinzu komme eine Aufwertung des Wohnumfeldes und eine Verbesserung der sozialen Kontakte.

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