1. Cricket-Qualifikationsturnier der Städteregion : Integration gelingt auch durch Sport

1. Cricket-Qualifikationsturnier der Städteregion : Integration gelingt auch durch Sport

Was ist ein Pitch? Was versteht man unter einem „wicket“? Wie viele Spieler sind in einer Mannschaft? Fragen, auf die jeder Spieler der sechs teilnehmenden Teams am 1. Cricket-Qualifikationsturnier in der Städteregion Aachen, das am Samstag auf dem Gelände des FC Breinigerberg stattfand, eine Antwort wusste, denn für sie ist Cricket das, was für andere beispielsweise der Fußball ist. Cricket ist eine taktisch intensive Ballsportart mit komplexen Regeln.

Ihre Popularität begann in England und ist, nach einem Siegeszug durch viele Länder der Welt, mittlerweile auch in Deutschland angekommen - es gibt deutschlandweit bereits 200 Mannschaften und in der Bundesliga des deutschen Cricket-Bundes sind sechs Regionen, unter anderem auch NRW, vertreten.

Cricket ist in Deutschland noch eher eine Randsportart, in anderen Ländern ist der Sport allerdings sehr populär. Foto: Archiv

Die Städteregion Aachen spielt jedoch in dieser Sportart noch keine so große Rolle, obwohl dies durchaus wünschenswert wäre, da sie auch in Sachen Integration wichtige Impulse setzen könnte.

Möglicherweise ändert sich das jedoch bald, denn seit Juni 2018 bemühen sich der RSB (Regio Sportbund) der Städteregion Aachen und die Stolberger Turngemeinde (STG) genau aus diesem Grund darum eine Mannschaft in Stolberg zu etablieren.

„Wenn wir über Integration sprechen, ist Cricket eine gute Sache“, erklärt Stephan Mayer, Fachkraft „Integration durch Sport“ des RSB der Städteregion und fügt hinzu, „hier läuft es dann nämlich einmal anders herum, indem Migranten, denen die Sportart aus ihrem jeweiligen Heimatland meist vertraut ist, Deutschen diese nahe bringen können.“

Daher die Initiative dieses Turnier in Stolberg zu veranstalten. Angetreten waren an diesem Tag jeweils zwei Clubs aus Düsseldorf und Köln, sowie je einer aus Aachen und Bonn. Gespielt wurde in zwei Gruppen mit je drei Teams nach dem Prinzip „jeder gegen jeden“. Die beiden Gruppensieger, der Verein „Cologne International Cricket Club“ und die Düsseldorfer Mannschaft „Drägendorf“ traten am Ende dann gegeneinander an, um den Turniersieger zu ermitteln, der dann schließlich aus Köln kam.

Unabhängig vom Sieg sind beide Finalteilnehmer für das Finale Turnier, zu dem weitere Vereine aus NRW erwartet werden, am Sonntag, 7. Oktober, in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums, qualifiziert. Einer der Spieler des Kölner Siegervereins, Dhruv Patel, kooperiert im Übrigen mit dem RSB der Städteregion und trainiert die zu formierende „Stolberger Mannschaft“.

Momentan findet das Training, das sich auf die drei Säulen Fitness, Wurftechnik und Schlagtechnik stützt und für Interessierte ab 16 Jahren geeignet ist, noch auf dem Gelände des FC Breinigerberg statt. Ab dem 5. Oktober wird aber freitags von 18 bis 20 Uhr in der Sporthalle des Goethe-Gymnasiums trainiert werden und Willkommen sind alle Interessierten ab 16 Jahren. „Dadurch, dass die Halle zentraler liegt, erhoffen wir uns einen höheren Zulauf, um die Sportart weiter zu verbreiten.

Auch werden wir kurzfristig die Schulen direkt ansprechen“, versichert Stephan Mayer.

(abu)
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