Insolvenz bei den Peltzer-Werken?

Stolberg : Peltzer-Werke: Gehen noch in dieser Woche die Lichter aus?

Eigentlich sollte das Thema Insolvenz bei den Peltzer-Werken bereits seit dem Spätsommer Geschichte sein. Eigentlich. Auf einer Gläubigerversammlung sollte über die Zukunft des Unternehmens entschieden werden. Würden diese einer Aufhebung zustimmen, könnte das Unternehmen in seine Ursprungsform zurückkehren, hieß es Mitte Juli.

An eine Aufhebung des Verfahrens ist seit Montag allerdings nicht mehr zu denken. Im Gegenteil: Laut Informationen unserer Zeitung könnten in dem Betrieb in der Prattelsackstraße im schlimmsten Fall sogar noch in dieser Woche endgültig die Lichter ausgehen.

Wer sich mit der Geschichte des Unternehmens auseinandersetzt, muss bis ins das Jahr 2005 zurückblicken. Damals übernahm Hans-Josef Mertes das Unternehmen aus der Insolvenz und führte es erfolgreich weiter — zumindest bis Anfang 2014. Umsatzeinbrüche und auch eine mangelnde Zahlungsmoral der Kunden sowie steigende Kosten führten damals dazu, dass das Unternehmen insgesamt elf Mitarbeiter entließ.

Negative Schlagzeilen machte das Unternehmen fortan mit nicht gezahlten Löhnen und Gehältern. Anfang Januar 2015 reichte der Betriebsrat schließlich beim Arbeitsgericht Aachen eine Klage gegen die Geschäftsführung ein. Im August des gleichen Jahres stellte das Traditionsunternehmen beim Amtsgericht Aachen einen Antrag auf Eröffnung eines gerichtlich kontrollierten Eigenverwaltungsverfahrens.

Seit rund zwei Jahren befindet sich das Werk nun in der Insolvenz, die — laut Informationen unserer Zeitung — noch in diesem Jahr hätte beendet werden können. Dafür hätte allerdings ein Geldbetrag über mehrere hunderttausend Euro gezahlt werden müssen, wie mehrere Quellen bestätigten.

Geld habe in den vergangenen Wochen im Unternehmen eine wichtige Rolle gespielt: Immer wieder meldeten sich Menschen aus dem Umfeld der Firma, die berichteten, dass Löhne und Gehälter ausstehen würden. Noch in der vergangenen Woche fand eine Belegschaftsversammlung statt, wie uns mehrere Quellen, die allerdings nicht namentlich genannt werden möchten, berichteten.

Auf dieser soll Mertes mit den Mitarbeitern über die noch ausstehenden Oktober- und Novemberlöhne gesprochen haben. Die Mitarbeiter sollen die Möglichkeit erhalten haben, einen so genannten Besserungsschein zu unterschreiben. Dieser sollte ihnen 40 Prozent ihres Oktobergehalts und das Novembergehalt zusichern. Die Löhne sollten bis Ende dieser Woche auf ihrem Konto eingehen.

Wann der Rest des Oktobergehaltes und das Dezembergehalt folgen sollten, war allerdings unklar. Unterschreibe der Großteil der Belegschaft dies nicht, werde die Firma liquidiert und es könne kein Geld mehr ausbezahlt werden, hieß es seitens der anonymen Quellen. Laut Informationen unserer Zeitung entschied sich der Großteil der Mitarbeiter für diese Lösung.

Kurz vor Weihnachten nun der Schock: Aufgrund des fehlenden Geldes könne das Insolvenzverfahren nicht abgeschlossen werden, hieß es. Kurz vor der Zielgeraden sei das Verfahren gescheitert. Mehrere Mitarbeiter hätten sich bereits arbeitslos gemeldet, hieß es auch aus dem Umfeld der Firma.

Mertes war, trotz mehrfacher Bemühungen unserer Redaktion, in den vergangenen Wochen nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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