Neue Möglichkeiten : Stadtrat bewilligt städtebauliche Gebote

Es bedurfte offensichtlich keiner weiteren Worte: Ohne Debatte gab der Stadtrat der Verwaltung die Möglichkeit an die Hand, mit städtebaulichen Geboten Eigentümern von maroden Immobilien innerhalb der Stolberger Talachse zukünftig die „Daumenschrauben anzuziehen“, damit diese modernisiert, instandgesetzt oder beseitigt werden.

Im Rahmen des Sanierungsgebietes habe die Stadt die Vorreiterrolle übernommen, mit der Gestaltung öffentlicher Bereiche eine Verbesserung des Stadtbildes und Wiederbelebung der Innenstadt einzuleiten, hatte Tobias Röhm den Vorstoß begründet. Eine Reihe privater Eigentümer hätte sich– auch dank öffentlicher Fördermöglichkeiten – beteiligt. Andere hätten aber bislang auf das Werben der Stadt nicht reagiert, so der Technische Beigeordnete. Die Verwaltung hat eine Liste mit Missstandsimmobilien erstellen lassen. Rund 40 gutachterlich testierte Liegenschaften zwischen Burg-Center und Mühlener Brücke erfüllen diesen Tatbestand. „Eigentum verpflichtet“, sagt Röhm. Missstandsimmobilien würden das Ziel des Sanierungsgebietes und der öffentlichen Förderung unterlaufen. Die Paragraphen 175 und folgende des Baugesetzbuches geben der Kommune die Möglichkeit an die Hand, bis hin zu einer Ersatzvornahme die Eigentümer zum Handeln zu bewegen.

Zunächst möchte Röhm aber versuchen, zu überzeugen.Betroffene werden erneut angeschrieben und auf die bestehenden Beratungs-, Förderungs- und Abschreibungsmöglichkeiten informiert. Gleichzeitig soll quasi motivierend auf die neuen Möglichkeiten zu Erlass von Bescheiden und Geboten hingewiesen werden.

(-jül-)
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