Innenstadt in Stolberg: Geduld ist gefragt auf der Rathausstraße

Verkehrsprobleme : Geduld ist gefragt auf der Rathausstraße in Stolberg

Seit Donnerstag ist die Rathausstraße zwischen Kaiserplatz und Schellerweg wieder gegenläufig befahrbar. Am Freitag folgten die Linienbusse und fahren auf ihrer gewohnte Route. Spätestens damit war es vorbei mit der Fahrfreude auf diesem Abschnitte der Innenstadtachse.

Geduld ist fortan gefordert. Zumindest bei den Verkehrsteilnehmern, die über den Schellerweg die Innenstadt wieder verlassen wollen oder müssen. Denn der Abschnitt zwischen Rosentalstraße und Schellerweg ist in Richtung Kaiserplatz eine Einbahnstraße; dort ist der dritte Abschnitt des Umbaus angelaufen.

Nun bieten die Linienbusse der Aseag zwar den Vorteil, dass sie Kunden wieder näher zu Geschäften, Behörden und Institutionen bringen, aber auch den Nachteil, dass es sich dabei naturgemäß um lange Fahrzeuge handelt. Lange Fahrzeuge aber verstopfen allzu schnell den Flaschenhals: den Schellerweg.

Die Ampel zur Europastraße, die Landesstraße 238, erübrigt für den Schellerweg nur eine untergeordnete Grünphase. Mit Glück schaffen es fünf Pkw über die Kreuzung. Bei Bussen sieht es da schon schwieriger aus. Neben Schulbussen und Verstärkerfahrten nutzen die LInien 12, 40, 42 und 62 den Schellerweg in Richtung Münsterbusch sowie in Gegenrichtung. Hinzu kommen nun auch alle Linien, die von Süden kommend, über diese Umleitungsstrecke den zentralen Verknüpfungspunkt Mühlener Bahnhof ansteuern: 1, 8, 25,48, 61, 72 und 125.

Auch beim Einbiegen auf die Steinfeldstraße wird’s eng. Autofahrer sind auf die Rücksicht anderer angewiesen, und vor dem Krankenhaus wächst die Verkehrsbelastung, da mancher sein Heil auf diesem Umweg sucht. Foto: Jürgen Lange

Der „Busbandwurm“ im Schellerweg hat seine Auswirkungen auf beide Achsen der Rathausstraße sowie auf die Steinfeldstraße. Der Rückstau reicht gerne bis Rathaus und Stadthalle, und wer in Richtung Krankenhaus ausweichen will, hat’s auch nicht leicht voranzukommen.

Darüber hinaus klagen Kunden der Aseag zunehmend über unpünktliche Busse. Das bestätigt auch Paul Heesel. „Wir registrieren in Stolberg deutliche Verspätungen im Linienverkehr“, sagt der Aseag-Sprecher. „Wir würden uns schon über eine verlängerte Grünphase an der Kreuzung von Schellerweg und Europastraße freuen.“ Das Problem sei auch schon mit der Stadtverwaltung kommuniziert worden.

Aber an dieser Stelle fällt die Ampelschaltung nicht in die Zuständigkeit der Kupferstadt, sondern des Landesbetriebes Straßenbau. Und der hat bereits bei vergleichbaren Diskussionen in der Vergangenheit wenig Entgegenkommen für die auch zu normalen Hauptverkehrszeiten schwierigen Verhältnisse in der Talachse gezeigt. Die Landesstraße hat ihren Vorrang auch bei den Grünphasen der Lichtzeichenanlage stets gewahrt.

Und daran hält der Landesbetrieb weiterhin fest, berichtet Tobias Röhm auf Anfrage: „Der Landesbetrieb will keine zusätzliche Sekunde für den Schellerweg abzwacken“, sagt der Technische Beigeordnete. Alle hoffnungsvollen Gespräche hätten noch nicht zu einem Einlenken bewegen können.

(-jül-)
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