Thema: Dampfloks: Informativer Frühschoppen der Eisenbahnfreunde

Thema: Dampfloks : Informativer Frühschoppen der Eisenbahnfreunde

Weniger einen Vortrag, vielmehr ein Gespräch in familiärer Atmosphäre führte Dietrich Nikel am vergangenen Sonntagvormittag im Foyer des Servicepunkts im EVS-Gebäude am Stolberger Hauptbahnhof mit 20 weiteren Eisenbahnfreunden, die ihrerseits die Präsentation mit eigenem Wissen ergänzten.

Beim Frühschoppen der Eisenbahnfreunde erfreute Nikel, der zurzeit in Würselen lebt, das Publikum mit Aufnahmen seiner Reisen im Sommer 1967 und Herbst 1977, als er auf der Suche nach den letzten Dampflokmotiven von Bayern nach Italien und Österreich reiste, nachdem die Deutsche Bundesbahn den Einsatz von Dampflokomotiven weitestgehende beendete.

„Sie waren einfach nicht mehr zeitgemäß, weil die Technik zu aufwendig und die Wartung zu teuer war“, erläutert Nikel. In seiner Präsentation vermittelte er dem Publikum den Aufbau von Dampflokomotiven, präsentierte verschiedene Systeme der Zahnradbahn und zeigte circa 150 historische Aufnahmen von unzähligen Maschinen verschiedenster Baureihen in beeindruckender Kulisse von beispielsweise österreichischen Bergen.

Nikel erheiterte das Publikum darüber hinaus mit einem Foto von ihm vor dem Ortsschild des im österreichischen Bundesland Kärnten liegenden Nikelsdorf und weiteren Anekdoten seiner Reisen wie eine Mitfahrt auf einer Lokomotive mit einem österreichischen Lokführer. Tonbandaufnahmen von Geräuschen der Zahnradlokomotiven, die er während seiner Reisen mit einem Tonbandgerät aufnahm, bereicherten seine audiovisuelle Präsentation.

50. Frühschoppen

Nikel entdeckte seine Leidenschaft für Eisenbahnen nach eigenen Angaben im Kindesalter: „Als kleiner Junge wohnte ich mit meinen Eltern in Bayern nah an einer Bahnstrecke und bin da immer ausgeflippt, wenn die Bahn kam“, sagt der ehemalige Fluglotse. Ab diesem Zeitpunkt habe er Literatur über Dampfloks verschlungen.

Ähnlich wie Roland Keller: Der Organisator der Eisenbahnfreunde Stolberg und des Frühschoppens hat sich ebenfalls bereits als Kind für Eisenbahnen begeistert. „Ich bin an der Schneidmühle großgeworden, als es dort noch eine Eisenbahnstrecke nach Münsterbusch gab“, sagt der Stolberger, der täglich mit der Bahn zu seiner Arbeitsstelle nach Bonn pendelt. Bei der Bahn selbst habe er damals nur nicht angefangen, weil es einen Einstellungsstopp gegeben habe. In Internetforen habe er Gleichgesinnte kennengelernt, mit denen er sich von Zeit zu Zeit an den Bahnhöfen im Umland getroffen habe. „Und 2016 ist dann mehr daraus geworden und wir haben den Frühschoppen eingeführt“, sagt Keller.

Am Anfang seien sie noch zu zehnt gewesen, heute würden zu den Treffen zwischen 20 und 40 Eisenbahnfreunde kommen. Zum Jubiläum und 50. Frühschoppen am Sonntag, 20. Oktober, werde es auch einen Sektempfang geben. „Dann hat der Frühschoppen seinem Namen auch mal alle Ehren gemacht“, sagt Keller lachend und freut sich über neue Gesichter, die auch einmal bei den Ausflügen der Eisenbahnfreunde zu Bahnhöfen dabei sind: „Aktive und ehemalige Berufseisenbahnler aus Stolberg, aber auch Aachen, Herzogenrath und Düren sind bei uns zum Informationsaustausch dabei – wir haben ein kostenfreies Angebot, bei dem jeder mitmachen kann.“

(mepo)